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Opernkritik: Wagners „Walküre“ – Theater Chemnitz – 2018

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Theater Chemnitz will die weibliche Sicht auf den „Ring“ zeigen, doch die Walküren-Regisseurin weiß nicht, was das sein soll  Aris Agiris und  Monika Bohinec retten als Wotan und Fricka die  „Walküre“ am Theater Chemnitz  von Matthias Woehl Wagners „Ring des Nibelungen“ einmal  aus weiblicher Sicht beleuchtet, im Grunde eine interessante Idee, die so manchen spannenden Aspekt  hervorbringen könnte.  Das Theater in Chemnitz beauftragt vier verschiedene Regisseurinnen mit der Deutung  jeweils eines Teils, und für die Walküre wurde Monique Wagemakers engagiert.  „Walküre“ in Chemnitz: Monika Bohinec (Fricka) und Aris Argiris (Wotan)  Foto: Kirsten Nijhof Doch schon bei der Lektüre des Programmheftes fragt man sich, ob das eine gute Wahl war. Hier lässt man die Regisseurin selbst zu Wort kommen. Im Interview mit dem Dramaturgen Lucas Reuter  erfahren wir, dass Frau Regisseurin überhaupt ni...

Premierenkritik: Dietrich W. Hilsdorf inszeniert Richard Wagners „Siegfried“ – Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf – 2018

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Tour de Forc(e)ierung  Premiere von Wagners „Siegfried“ an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf  von Matthias Woehl  Eine Wagner-Premiere an einem der bedeutendsten Opernhäuser in Deutschland. Ein Ereignis, bei dem man früher vor der Tür auf Menschen getroffen wäre, die ein „Suche Karte“- Schild in der Hand hielten. Heute sieht man dort Menschen, die Eintrittskarten hochhalten, in der Hoffnung, diese noch los zu werden, was nicht einfach gewesen sein muss, denn man konnte problemlos noch Karten an der Abendkasse erwerben. Deutsche Oper am Rhein:  „Siegfried“ –  Mime (Cornel Frey), Siegfried (Michael Weinius) Foto: Hans Jörg Michel Ein Grund, warum das so ist, erklärt sich beim Anschauen und besonders beim Anhören des neuen Siegfrieds an der Rheinoper. Regisseur Dietrich W. Hilsdorf, dessen Name eigentlich für interessante Regie steht, ist zum Siegfried allerdings nicht sonderlich viel  eingefallen, und eine Deutung gar suc...

Ring-Trilogie nach Wagner – Theater an der Wien – 2017

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Das Rheingold als Urschlamm  – „Der Ring“ einmal ganz anders:  „Hagen“ aus der Ring-Trilogie im Theater an der Wien –  von Klaus J. Loderer Opern werden von ambitionierten Regisseuren gerne als Steinbruch benutzt. Es war nur eine Frage der Zeit, dass man auch Wagneropern dekonstruiert. Im Theater an der Wien läuft derzeit ein Wagnerprojekt, das als „Ring-Trilogie“ angekündigt wird mit den Teilnamen „Hagen“, „Siegfried“ und „Brünnhilde“. Da ist man irritiert. Um was handelt es sich dabei? Eine unbekannte Urfassung des Rings? Mirella Hagen (Woglinde), Ann-Beth Solvang (Floßhilde), Raehann Bryce-Davis (Wellgunde) Foto: Herwig Prammer Hinter der Ring-Trilogie steckt die Idee, nachzuspüren, wie es zum Mord an Siegfried kommt. Wie verlaufen die Stränge durch den gesamten Ring. Dazu werden die Biographien dreier Beteiligter nachvollzogen: des Mörders Hagen, des Mordopfers Siegfried und der Mordinitiatorin Brünnhilde. Dazu werden entsprechende Szen...

Richard Wagners „Die Walküre“ – Bayreuther Festspiele – 2014

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Festspielhaus Bayreuth, Foto: Klaus J. Loderer Castorf-Inszenierung der „Walküre“ bei den Bayreuther Festspielen enttäuscht von Matthias Woehl Tja, nach dem wirklich aufregenden „Rheingold“, bei dem endlich auch mal das, was sonst immer nur erzählt wird, wirklich gezeigt wurde (Wotan schläft mir Erda etc.), hatte ich mich wirklich auf die Walküre gefreut. Aber es schien, daß (wie auch schon beim vorherigen Dorst-Ring, als auch bei dem von Herrn Flimm) Herrn Castorf die Ideen ausgingen. Ach was erhoffte ich mir endlich wilde Kopulationen zwischen Siegmund und Sieglinde, ein irres Ränkespiel um das Leben von Siegmund mit Fricka, Hunding hätte wenigstens mal versuchen können Sieglinde flach zu legen (bevor das Schlafmittel wirkt) ... aber außer einem Erda-Video und kleinem unpassendem Auftritt derselben, nichts. Wenigstens mal eine durch einen Kuss angedeutete kleine Liebelei von Wotan mit Brünnhilde. Ansonsten: es verschwinden immer die Gesprächspartner irgendwo im Off, sel...

Premierenkritik: Wagners „Die Walküre“ – Badisches Staatstheater Karlsruhe – 2016

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Brünnhilde schockgefrostet Premiere von Wagners „Die Walküre“ im Badischen Staatstheater Karlsruhe – von Matthias Woehl –  Genauso wie dereinst in Stuttgart wird der neue Ring in Karlsruhe ja von vier Regisseuren in Szene gesetzt. Für die Walküre wurde nun Regisseur Yval Sharon verpflichtet. Anders als David Herman im Rheingold benutzt Yval Sharon eine sehr sinnliche Bildsprache. Im ersten Akt sehen wir eine Reihe von Türen. Mit diesen und mit Projektionen (Schattenspielen) auf der Wand entsteht eine phantastische Szenerie um das Geschwisterpaar, das sich gegenseitig irgendwie anzieht, aber nicht versteht warum. Das hat einen unglaublich schönen Effekt. Peter Wedd (Siegmund), Katherine Broderick (Sieglinde) Foto:  Falk von Traubenberg Der Beginn des zweiten Aktes spielt auf einer Treppe, die wiederum schöne Momente beim Streit von Wotan und Fricka ermöglicht, und, zurück bei den Türen (zur Szene mit Brünnhilde, der Todverkündung, der Opferung von Si...

Richard Wagners „Siegfried“ – Bayreuther Festspiele – 2015

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Festspielhaus Bayreuth Foto: Klaus J. Loderer Mount Rushmore auf dem Alexanderplatz  – Wagners „Siegfried“ bei den Bayreuther Festspielen –  von Matthias Woehl Nach dem wirklich grandiosen Rheingold war ja die Walküre (und es passte überhaupt nicht) wirklich langweilig. Siegfried knüpft wieder an das Rheingold an, ohne es aber zu übertreffen. Man spielt mit einem „linken“ Mount Rushmore mit Mao, Stalin, Marx und Lenin. Siegfried kommt statt mit einem Bären mit einem „Sklaven“ an der Leine. Der scheint ihm verfallen (andeutungsweise auch sexuell) und beweist, daß so mancher Sklave wohl stärker ist als so mancher Meister, denn Siegfried ist hier eher ein Jammerlappen. Der Rest der Oper spielt am (Al)Exanderplatz und in einem Postamt. Herrlich die Szene mit dem Waldvogel, was aber in seiner Konsequenz auch wieder unlogisch ist, denn wenn Siegfried bereits mit dem Waldvogel „vögelt“, dann ist die spätere Erkennungsszene mit Brünnhilde dämlich. Dann weiß er doch sc...

Premierenkritik: Richard Wagners „Walküre“ – Staatstheater Karlsruhe – 2016

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Tiefgefrorene Brünnhilde  Premiere von Richard Wagners „Die Walküre“ in Karlsruhe  Nun ging es weiter mit dem Ring am Staatstheater Karlsruhe. Vier Inszenierungsteams erarbeiten den neuen Ring. Nun waren Yuval Sharon (Regie), Sebastian Hannak (Bühne) und Sarah Rolke (Kostüme) mit der Walküre dran. Doch zu Beginn des zweiten Aufzugs klafft die Flurwand plötzlich auseinander und gibt des Blick frei in die nächste Raumschicht, eine Treppe, die von links unten nach rechts oben verläuft. Eine goldene Wand bildet den rückwärtigen Abschluss. Auch von dieser Treppe sehen wir weder Anfang noch Ende. Manchmal rutscht die Treppe etwas nach oben, manchmal nach unten – auch sie so ein unendliches Raumelement, auf der Wotan (Renatus Meszar) und Fricka (Ewa Wolak) ihren Streit austragen. Auch sie Gefangene in ihrer Welt. Die höhere oder niedrigere Stellung auf der Treppe kann dabei durchaus als bessere oder schlechtere Machtbasis gewertet werden, entsprechend schnellen di...

Premierenkritik: Wagners Oper Die Walküre – Staatstheater Wiesbaden – 2017

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Flucht, Krieg und schließlich eine Reithalle  – Premiere „Die Walküre“ am Staatstheater Wiesbaden –  von Klaus J. Loderer Nach dem interessanten Rheingold-Auftakt des Rings hatte ich mir einen spannenden Abend versprochen. Schließlich erwartet man sich am Staatstheater Wiesbaden doch etwas mehr als in Mainz. Noch dazu wenn Uwe Eric Laufenberg inszen iert. Gerd Grochowski als Wotan im Finale Walküre Foto: Karl Monika Forster Das Orchester war unter Alexander Joel spannungsreich. Und man hatte mit Richard Furman einen guten jungen Siegmund gefunden, der in der Rolle nicht nur gesanglich sondern auch optisch überzeugte. Auch sein Gegenspieler Hunding war mit Young Doo Park sehr gut besetzt. Sabina Cvilak war als Sieglinde passabel. Und Margarete Joswig gab eine gute kalte Fricka. Als Szenerie entwarf Bühnenbildner Gisbert Jäkel für den ersten Akt ein Gasthaus, in dem nach Feierabend die Hocker gestapelt sind. Die noch nicht abgeräumten B...

Premierenkritik: Mit dem Rheingold beginnt der Ring im Staatstheater Wiesbaden – 2016

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Orient in Bayern  Wagners „Rheingold“ am Hessischen Staatstheater Wiesbaden  Vom Textdetail des Auges ließ sich Bühnenbildner Gilbert Jäckel wohl inspirieren zum Eingangsbild des neuen Rings am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, der am Sonntag mit der Premiere von „Das Rheingold“ anlief. Alberich raubt dann nicht einfach das Gold, sondern buddelt in der Tiefe. Doch was der Archäologie (er sollte in seiner europäisch en Kleidung des 19. Jahrhunderts wohl an Schliemann erinnern) fand, zeigt sich erst in der vierten Szene, wenn er das trojanische Goldgewand einem machtgierigen Nomadenhäuptling ausliefern muss, der ihn in einem Käfig entführt hat. Auch der Tarnhelm verstärkt die Antikenreminiszenz. Rheingold am Staatstheater Wiesbaden: Gloria Rehm Foto: Karl Monika Forster Die Lichtalben sind nun orientalische Nomaden. Wotan ist der schon genannte Nomadenfürst, der mit Frau Fricka, Sippschaft und Kinderschar in einem großen weißen Zelt lebt. Das zeigt einen schön al...

Walküre – Gent – 2007

Walküre an der flämischen Oper in Gent Für den amerikanischen Dirigenten ungarischer Abstammung, Ivan Törzs, gehören die Werke Richard Wagners zum festen Bestandteil seiner Arbeit. Im vergangenen Jahr begann er an der Flämischen Oper (Vlaamse Opera) in Gent mit einem neuen »Ring des Nibelungen«. Nun war »Die Walküre« zu sehen. Wieder führte er das Opernorchester mit sicherer Hand durch die vielschichtige Partitur, arbeitete an den Details ohne die große Linie zu verlieren. Effektvoll ohne plakativ zu werden, entstand so ein beglückendes Zusammenspiel. Radikal hatte Regisseur Ivo van Hove schon das Rheingold in die moderne Gegenwart einer von Computern dominierten Welt versetzt. Einen »Großstadtdschungel« hatte Bühnenbildner Jan Versweyveld statt deutschen Waldes für die »Walküre« gebaut. Statt Sturmwinden hetzen Statisten zwischen den Häusern, verläuft sich Siegmund (in den Höhen etwas gequält: Jeffrey Dowd) und findet schließlich zu Sieglindes (Edith Haller) Herd. Kleinbürgerli...