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Opernkritik: Bellinis „I puritani“ – Gran Teatre del Liceu Barcelona – 2018

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Gnadenlos ist der Streit der Religionen  – María José Moreno erfreut als Elvira in „I puritani“ am Gran Teatre del Liceu Barcelona –  von Klaus J. Loderer Den protestantisch-katholischen Konflikt in Bellinis „I puritani“ nimmt die Regisseurin Annilese Miskimmon zum Anlass in ihrer nun im Gran Teatre del Liceu in Barcelona zu sehenden Inszenierung der Welsh National Opera eine zweite Ebene mit einer Parallelhandlung einzubauen. Um dies zu verdeutlichen, stellt sie der Oper zwei kurze stumme Szenen voran, England 1653 und Nordirland 1973. Das wird nicht vom ganzen Publikum goutiert und so schallt schnell ein protestierender Zwischenruf durch den Raum. Die Rahmenhandlung, 1973 in Belfast spielend, holt die Opernhandlung in die Gegenwart. Der Oranierorden, benannt nach König Wilhelm III. von Oranien, der 1690 den katholischen Stuart-König Jakob II. schlug, bereitet sich auf seinen jährlichen Marsch am 12. Juli vor. Das ist mit den orangen Schärpen der Beteiligten deutlich...

Verdis Oper Un ballo in maschera – Gran Teatre del Liceu Barcelona – 2017

Piotr Beczala erfreut als Riccardo  – Verdis „Un ballo in maschera“ am Gran Teatre del Liceu in Barcelona –  von  Klaus J. Loderer Wann und wo diese Oper eigentlich spielen soll, das erschloß sich in dieser Inszenierung Vincent Boussards  Verdis „Un ballo in maschera“ (Ein Maskenball)   wieder einmal nicht so ganz. Irgendwie spielt sie heutzutage. Das deuten zumindest die jetztzeitlichen Herrenanzüge an. In der zweiten Szene verkleidet sich dann der Herrenchor mit Halskrausen. Für die Seherin Ulrica entwarf Christian Lacroix ein wildes Fantasiekostüm. Und in der Maskenballszene darf sich der gesamte Chor dann barockisierend mit wilden Perücken tummeln. Dann wandelt sich auch endlich einmal das Bühnenbild.   An einem großen Ring befestigte Schnüre deuten einen riesigen Kronleuchter an. Das sieht hübsch aus und die Szene ist auch endlich nicht mehr das Dämmerlicht, in das ansonsten die gesamte Oper getaucht ist. Das Einheitsbühn...

Macbeth – Liceu Barcelona – 2016

Mord im Herrenhaus  – Verdis „Macbeth“ im Liceu in Barcelona –  von Klaus J. Loderer  Am 23. Oktober war die letzte Vorstellung von Giuseppe Verdis „Macbeth“ im Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Die Produktion war konsequent farblos, selbst die Blutspritzer waren schwarz. Die Idee war wohl ein in einem englischen Herrenhaus spielenden Schwarzweißfilm. Dazu hatte Bühnenbildner Jonas Dahlberg die große Halle eines Herrenhauses errichtet. Große Segmentbögen staffeln sich in die Tiefe und leiten zu einem großen Treppenhaus über. Als Handlungszeit kann man irgendwie das 20. Jahrhundert erahnen, vielleicht die Zeit nach dem 2. Weltkrieg (früher wären die Herren im Frack zum Abendessen erschienen, falls sich Kostümbildnerin Ursula Renzenbrink so genaue Gedanken gemacht hat). In diesem Rahmen hat Regisseur Christopf Loy ein Intrigenspiel entfaltet, das konsequent in diesem Einheitsraum spielt. Die Hexenszene scheint ein Alptraum mit travestiertem Hauspersonal zu...