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Buchbesprechung: Vision und Tradition, 200 Jahre Nationaltheater in München

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Und immer wieder die Königin der Nacht   – Jürgen Schläder entwirft in „Vision und Tradition“ eine opulent bebilderte Geschichte der Szenographie des Nationaltheaters in München –  von Klaus J. Loderer Eine Geschichte des Bühnenbilds am Nationaltheater in München, heute Sitz der renommierten Bayerischen Staatsoper, bietet die Möglichkeit über zwei Jahrhunderte künstlerische Ideen in einem Haus zu vergleichen. Blättert man das Buch „Vision und Tradition“ durch, das aus Anlass einer Ausstellung des Theatermuseums zum Jubiläum 200 Jahre Nationaltheater erschien, durch, ist man erstaunt, wie viele Inszenierungen von Pfitzners „Palestrina“ es hier gab, einer ansonsten doch überaus selten gespielten Oper, die aber in München ihren festen Platz in der Rezeptionsgeschichte hat. Weniger erstaunt ist man bei den Wagner-Opern. Und noch weniger wundert man sich den breiten Querschnitt, den Mozarts „Zauberflöte“ bietet. Jürgen Schläder setzt diese Produktionen aus verschieden...

Ausstellung „Vision und Tradition“ – Deutsches Theatermuseum München 2018/2019

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 Münchner Bühnenbilder  – Das Deutsche Theatermuseum in München würdigt das Jubiläum 200 Jahre Nationaltheater mit der Ausstellung „Vision und Tradition“ zur Geschichte des Bühnenbilds –  von Klaus J. Loderer Es ist schon eine faszinierende Wirkung, die sich im letzten Raum der Ausstellung „Vision und Tradition“ entfaltet. Wie kommt dieser riesige Raum in das Gebäude, fragt man sich überrascht. Unendlich scheint er. Nach rechts und nach links entfaltet er sich, wo eigentlich die Außenmauern des Gebäudes sein müssten. Natürlich ist der Raum nicht unendlich, er wirkt durch die komplett verspiegelten Wände nur so. Wie aus Zeit und Raum enthoben, fühlt man sich darin und lauscht gebannt den Ton- und Filmausschnitten, die auf vier im Raum hängenden Leinwänden projeziert werden. Jedenfalls ist das eine effektvolle Idee, um die Opernkunst im 21. Jahrhundert zu symbolisieren. So schließt eine Ausstellung im Deutschen Theatermuseum in München, die die Bühnenkunst des Nati...

Umberto Giordanos Oper „Andrea Chenier“ – Bayerische Staatsoper München – 2017

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Die Revolution frißt ihre eigenen Kinder  – Anja Harteros verleiht Umberto Giordanos „Andrea Chenier“ der Bayerischen Staatsoper im Nationaltheater München Glanz –  von Klaus J. Loderer Es kommt an eine Sternstunde heran. Eine wunderbare Anja Harteros verleiht der Aufführung von Giordanos „Andrea Chenier“ Glanz. Ihre feine stimmliche Gestaltung der Partie korrespondiert mit ihrer zarten zurückhaltenden darstellerischen Gestaltung der Maddalena. Überaus ergreifend ihr „La mamma morta“. Eine wunderbare Szene liefert sie mit George Petean als Gérard im dritten Bild. Gibt er am Anfang den polternden Revoluzzer, spürt der Opernbesucher in seiner ergreifend gesungenen Arie im dritten Akt sein aufkeimendes Gewissen. Ein Glücksfall. Herrschaftsetage und Dienerschaftskeller – „Andrea Chenier“ in der Inszenierung von Philipp  Stölzl an der Bayerischen Staatsoper (Nationaltheater München) © Wilfried Hösl Auch die vielen Nebenrollen sind gut besetzt. Larissa D...

Richard Strauss' komische Oper Die schweigsame Frau – Nationaltheater München – 2017

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Traviata, Madama Butterfly, Brünnhilde, Tosca, Salome – eine Opernrevue überfällt die Bühnenöde – Richard Strauss’ selten gespielte Oper „Die schweigsame Frau“ am Nationaltheater München – von Klaus J. Loderer Die Bühne ist offen. Eine riesige leere Bühne. Nein, nicht ganz leer. Ein rostbrauner Podest steht auf der Bühne, darauf eine Liege. Mit Eintreffen des Dirigenten geht der schwarze Vorhang herunter, auf den wir während der Ouverture schauen dürfen. Dann geht der Vorhang wieder auf. Und was sehen wir? Eine leere Bühne, der rostbraune Podest, die Liege. Aber nun liegt ein Mensch auf der Liege. Es ist Sir Morosus. Admiral im Ruhestand. Schwerreich. Er hat mehrere spanische Schiffe erbeutet, deren Gold nun im Keller liegt, wie sein Barbier irgendwann herausplappert. Das Gold liegt tatsächlich im rostbrauen Podest. Wir sehen es zu Beginn des dritten Akts, wenn der rostbraune Podest hinaufgezogen wird, genauer gesagt nach hinten gekippt wird, und viele Dublonen herunterklimmpe...

Beleuchtungskonzept Nationaltheater München

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Tempelfront in neuem Licht  Neue Beleuchtung der Fassade des Nationaltheaters München  Tritt man jetzt abends unter den Portikus des Nationaltheaters München bemerkt man schnell die neue Lichtfarbe. Seit Anfang November hat sich das nächtliche Erscheinungsbild der Säulenfront gewandelt. Mit einer LED-Fassadenbeleuchtung scheint die Fassade nun fast von innen zu leuchten. Bisher wurde die Fassade durch große Strahler beleuchtet, was zu einer teilweise merkwürdigen  und ungünstigen Schattenbildung geführt hat. Nun sind auf schmale LED-Lichtbänder auf den Gesimsen angebracht.  Das ermöglicht eine weichere Beleuchtung. Stärker beleuchtet als bisher sind die Deckenkassetten unter dem Portikus. Anders als bisher sind die Säulen nun dunkler. Die Säulen erscheinen nachts als dunkle Silhouette vor der heller beleuchteten Fassade. Die Pilaster der Fassade sind durch im Fußboden eingelassene Straße beleuchtet. Geblieben sind die tradionellen Laternen. Eine ...

Rossinis Oper Semiramide – Nationaltheater München – 2017

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Intrige im orientalischen Palast  – „Semiramide“ von Rossini am Nationaltheater München –  von Klaus J. Loderer Wie Gioachino Rossini wurde auch Michele Mariotti in Pesaro geboren. Sein Operndebut als Dirigent gab Mariotti übrigens auch mit Rossini, nämlich mit „Il barbiere di Siviglia“ in Salerno. Nun dirigiert Mariotti am Nationaltheater München Rossinis tragische Oper „Semiramide“, in der es um die babylonische Königin Semiramis geht. Für diese hat man sich zu Rossinis Lebzeiten wahrscheinlich eher interessiert als heute, gilt sie doch als Schöpferin der legendären hängenden Gärten, einem der sieben Weltwunder der Antike. Damit konnte das Publikum damals etwas anfangen. Heutzutage kommt die Region auch nicht aus den Schlagzeilen. Man könnte witzeln, dass es dort immer noch wie in der Oper zugeht. Regisseur David Alden belässt die Opernhandlung in der Region verlegt sie aber um ein paar Tausend Jahre ins 20. Jahrhundert. Die an einen Teppich erinnernden dekorativen ...