Posts

Posts mit dem Label "Csárdásfürstin" werden angezeigt.

Opernkritik: Emmerich Kálmáns Operette „Csárdásfürstin“ – Volksoper Wien – 2018

Bild
Szabolcs Brickner (Edwin), Ursula Pfitzner (Sylva Varescu),  Axel Herrig (Feri Bácsi), Wiener Staatsballett, Komparserie © Barbara Pálffy/Volksoper Wien Wenn der Stammbaum nicht erfreut ist – Die neue „Csárdásfürstin“ an der Volksoper Wien versetzt die Operette ins Dadaistenmilieu –  von Klaus J. Loderer Ein rahmendes Motiv der neuen „Csárdásfürstin“ an der Wiener Volksoper sind die historischen Fotos und Filme aus Wien aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg (Videos Andreas Ivancsics). Schon während der Ouvertüre sind sie zu sehen. Dass der Focus dann nicht auf einem Varietétheater sondern auf einem Palais landet, mag zuerst irritieren, erschließt sich dann aber sofort. Wir werden gewissermaßen hineingezogen in eine altertümliche Bibliothek mit hohen Regalen voller alter Schinken, in der Fürstenstammhalter Edwin, der zu lesen vorgibt, von seiner Sylva träumt. Dass die links am Harmonium spielende und penetrant ihre Liebe beteuernde Komtesse Stasi nicht die Fr...

Kálmáns Operette Csárdásfürstin – Theater Hagen – 2017

Hilda Kupfer und Feri Bácsi erkennen sich Nur wenige überzeugende Momente in der Operette „Csárdásfürstin“ in Hagen Was macht man an einem regnerischen Sonntagnachmittag? Man geht in die Operette. Das Theater Hagen hat „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán im Programm. Das könnte eine nette Aufführung sein. Könnte! Der berührendste Moment der Aufführung im Theater Hagen ist im dritten Akt, wenn sich die beiden „Alten“ nach ihrem Wiedererkennen zusammensetzen, nämlich die Kupfer Hilda und der Feri bácsi, die zusammen in Erinnerung an frühere Zeiten eines   der schönen Motive der Operette anstimmen. Marylin Bennett und Rainer Zaun gestalten diese Szene geradezu anrührend. Überhaupt gibt Rainer Zaun einen hervorragenden Feri bácsi. Man lacht über seinen ungarischen Akzent, staunt über die Tanznummern und freut sich an den Gesangsnummern. Er hat die Bühnenpräsenz, die man bei den Hauptrollen schmerzlich vermißt, denn Edwin und Sylva sind wie nicht vorhanden – und in den Musi...

Csárdásfürstin – Pforzheim – 2016

Schwungvoll Kálmáns Operette „Csárdásfürstin“ am Ostermontag in Pforzheim  Eine nette, schwungvolle Aufführung hatte Kálmáns „Csárdásfürstin“ unter der Leitung von Mino Marani in einer Inszenierung von Tobias Materna. Die schönen Bühnenbilder von Christian Flören zeigten zuerst ein Cabaret, dann einen Salon mit Blick in einen Park, dann den Frankfurter Hauptbahnhof und zuletzt den Blick durch ein riesiges Ziffernblatt auf den Pari ser Montmartre. Die Kostüme von Christian Flöten sahen hübsch aus, waren aber teilweise nicht so ganz passend. Die Herren wären zum Empfang im zweiten Akt nicht im Gehrock erschienen und hätten keinen Zylinder getragen und das Prositituiertenkostüm der Fürstin war trotz deren zwielichtiger Herkunft ziemlich unpassend. Aber das ist wohl gerade so eine Mode mit der Kostüminspiration in Pariser Bordells des 19. Jahrhunderts. Überhaupt blieb die zeitliche Einordnung etwas unklar. War die Handlung ganz nach Paris verlegt? Wie auch immer. Insgesamt habe i...

Csárdásfürstin – Gelsenkirchen – 2015

Bild
Csárdás im Orient-Express – Csárdásfürstin für Eisenbahnnostalgiker  Das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen zeigt Emmerich Kálmáns Operette »Die Csárdásfürstin« in einem Bühnenbild von Dieter Richter  In Emmerich Kálmáns Operette »Die Csárdásfürstin« ist viel von Reisen die Rede. Warum also nicht die Handlung gleich in einen Zug verlegen. Es ist doch eine witzige Idee, die Abschiedsparty der gefeierten Sängerin Sylva Varescu von der Bühne des Budapester Orfeums in den Zug von Budapest nach Wien zu verlegen, den sie ja nach dem Text am Ende des ersten Akts sowieso besteigen wird. Bühnenbildner Dieter Richter hat deshalb den berühmten Orient-Express auf die Bühne des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen gestellt. Es ist natürlich nicht der ganze Orient-Express, sondern nur ein Wagen, den man schon vor Beginn der Vorstellung auf der Bühne sehen kann. Zuerst sieht man den Wagen nur von außen. Hochzeitsversprechen im Orient-Express – Petra Schmidt als Silva un...

Csárdásfürstin – Trier – 2006

Ferry singt Feri bácsi  Der Tenor Ferry Seidl bringt bei »Csárdásfürstin« Wiener Flair nach Trier Ist die Rolle des Feri Ritter von Kerekes sonst eher eine unwichtige Nebenrolle in der »Csárdásfürstin«, darf Ferry Seidl diesen Feri Bácsi in der Neuinszenierung am Trierer Theater ausführlich gestalten. Im ersten Akt hat eindeutig er die Fäden des Geschehens in der Hand. Viele »ältere« Trierer freuten sich, ihn nach vielen Jahren wieder in einer »Csárdásfürstin« auf der Bühne ihres Theaters zu sehen. Bei seiner letzten »Csárdásfürstin« hatte Ferry Seidl allerdings die Rolle des Edwin gesungen. Dies war überhaupt eine seiner Glanzrollen. In sechs Inszenierungen von Kálmáns Operette wirkte er mit, darunter am Wiener Raimundtheater, damals die führende Operettenbühne Europas, an der Seite von Marika Rökk, die seine Mutter spielte. Zu Recht bejubelte das Trierer Publikum die Premiere der neuen »Csárdásfürstin« am 29. Januar, für deren Inszenierung Intendant Gerhard Weber verantw...

Csárdásfürstin – Festspielhaus Baden-Baden – 2005

Und immer wieder Csárdás  Gefeiertes Gastspiel des Budapester Operettentheaters mit  »Csárdásfürstin«  in Baden-Baden Mit frenetischem Beifall belohnte das Publikum des Festspielhauses in Baden-Baden das Gastspiel des Operettentheaters Budapest, das mit seiner »Csárdásfürstin« nach Deutschland gekommen war. Trotz der ungünstigen akustischen Gegebenheiten in dem für ein Operettenensemble gar zu riesigen Saal ließen die Gäste aus Ungarn eine brodelnde Stimmung entstehen. Natürlich war die Inszenierung für deutsches Publikum ungewohnt, bekommt man eine solch opulente Bühnenausstattung (Bühnenbild: Àgnes Gyramathy) und solch farbenfrohe Kostüme (Kostüme: Fanni Kemenes) an deutschen Stadttheatern sonst nicht zu sehen, würde jeder Intendant hierzulande doch pikiert die Nase rümpfen über solchen Operettenkitsch. Doch genau damit traf man in die Herzen des Publikums. Während der Ouverture auf den Vorhang projezierte historische Fotos sollten auf die Entstehungszeit der O...