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Interessante Tagung zur Geschichte der Oper in Wien – 150 Jahre Wiener Staatsoper

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Das Haus am Ring, vom „Königgrätz der Baukunst“ zur Ikone der Opernkunst – Breites Spektrum an Vorträgen bei der Tagung Geschichte der Oper in Wien – 150 Jahre Wiener Staatsoper –  von Klaus J. Loderer
1869 wurde das neue Hofopernhaus an der Ringstraße eröffnet, die heutige Wiener Staatsoper. Das 150-jährige Jubiläum steht also bevor. Für eine geplante Veröffentlichung hat sich die Staatsoper wissenschaftlichen Beistand geholt. Diese soll sich aber nicht nur mit den 150 Jahren befassen. Staatsoperndirektor Dominique Meyer wünscht sich eine breiter angelegte Aufarbeitung des Themas Oper in Wien, wie er zu Beginn der vom 17. bis 19. September abgehaltenen Tagung  äußerte. Die Schar der Interessenten zu dieser öffentlichen Tagung war nicht gering. Oper ist für Wiener eben ein wichtiges Thema. Den Rahmen der dreitägigen Tagung bildete der Mahlersaal der Staatsoper. Dessen Neuschöpfung als Pausenfoyer unter dem damaligen Namen Gobelinsaal im Zuge des Wiederaufbaus der noch 1945 im Zweiten We…

„Wienerliederliches & Doppelliter-tur“ mit Elena Schreiber und Robert Kolar im L.E.O. in Wien

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Wo soll es Gumpoldskirchner regnen? – Der köstliche Wienabend „Wienerliederliches & Doppelliter-tur“ mit Elena Schreiber und Robert Kolar im L.E.O. – Letztes erfreuliches Opernhaus – von Klaus J. Loderer
Was wird im Wiener Lied besungen? Die Liebe, schöne Frauen und der Wein. Vor allem der. Da kommt auch der Lied-literarische Abend „Wienerliederliches & Doppelliter-tur“ nicht herum. Aber es sind nicht die üblichen Standardmusiknummern, wie man sie den Touristen in Grinzing um die Ohren säuselt, die in Wiens „Letztem erfreulichem Opernhaus“ – kurz L.E.O. erklingen. Der Schauspieler und Sänger Robert Kolar träumt eher davon, dass „Ja, wenn der Regen Gumpoldskirchner wär“. In Wien lädt man auch die Marsmännchen gleich zum Wein ein, wie wir in einem anderen Lied erfahren. Da kann Robert Kolar zungenschnell  mundakrobatisch alle österreichischen Rebsorten herunterrattern. Aber der Wein hat auch Folgen, den Rausch. Was sich ein Mann danach alles für Ausreden ausdenkt, erfahren wir in…

Premierenkritik: „Antikrist“ – Oper von Rued Langgaard – Staatstheater Mainz – 2018

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Wenn das Böse in die Welt kommt – Deutsche Erstaufführung der Oper „Antikrist“ von Rued Langgaard am Staatstheater  Mainz – von Klaus J. Loderer
Es ist eine absolute Rarität, die das Staatstheater Mainz zum Ende der Saison ins Programm genommen hat. Dabei ist, wie sich in Mainz zeigte, die Oper „Antikrist“ des dänischen Komponisten Rued Langgaard ein wunderbares musikalisches Werk. Und es ist schade, dass dieses Werk nie richtig bekannt wurde. Insofern ist es sehr erfreulich und löblich, dass sich das Staatstheater Mainz für diese Komposition einsetzt. Musikalisch gelang dem Staatstheater Mainz mit „Antikrist“ ein großer Wurf. Transparent klingt das sphärische Vorspiel unter der Leitung von Hermann Bäumer. Das Philharmonische Staatsorchester Mainz spielt wirkungsmächtig und beeindruckend. Überhaupt hat das Orchester in dieser Oper eine wichtige Rolle, sind weite Teile doch rein instrumental. Bäumer kostet die großen romantischen Stellen aus und kontrastiert sie mit einer der Partitur d…

Ausstellung: „Konstellationen – Schätze des Museums MODEM in Debrecen“ im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart – 2018

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„Konstellationen“ – das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart zeigt Schätze des Museums MODEM in Debrecen – Arbeiten von Jenő Barcsay, Imre Ámos, Margit Anna, Dezső Korniss, Lajos Vajda und Endre Bálint aus der Sammlung Antal-Lusztig – von Klaus J. Loderer
Das MODEM Modern és Kortárs Müvészeti Központ ist ein Zentrum für moderne und zeitgenössische Kunst in der ostungarischen Stadt Debrecen. In Ausstellungen zeigt es die Strömungen und Querbeziehungen der modernen Kunst. Neben der internationalen Kunst liegt dabei natürlich ein Schwerpunkt auf ungarischen Künstlern. Gerade ist neben einer Installation von Benczúr Emese und Video-Kunst aus Israel eine Ausstellung mit Werken aus dem Kunstmuseum in Johannesburg zu sehen.
Im Zentrum des Museums steht die Sammlung von Antal-Lusztig, die als Dauerleihgabe in der Dauerausstellung gezeigt wird. Diese Privatsammlung ist eine der wichtigsten Sammlungen moderner Kunst in Ungarn. Ihre Grundlage schuf der Kaufmann Sámuel Lusztig ab den 1920er-Jahre…

Opernkritik: Bizets „Carmen“ opulent in der Arena di Verona – 2018

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Von der Künstlerkneipe in die Stierkampfarena – Hugo de Ana inszeniert Georges Bizets „Carmen“ beim 96. Opera Festival in der Arena di Verona – von Klaus J. Loderer
Stierkampf und Oper scheinen auf den ersten Blick nicht zusammenzugehören. In Bizets Oper „Carmen“ spielt der vierte Akt vor der Stierkampfarena. Und nach eben dieser Stierkampfarena ist in Sevilla das benachbarte Opernhaus Teatro Maestranza benannt. Der argentinische Regisseur Hugo de Ana hat für die Neuproduktion von „Carmen“ die Arena von Verona dann gleich in die Plaza de toros de la Real Maestranza de Caballería, wie die Stierkampfarena von Sevilla vollständig heißt, verwandelt. Gleich zu Beginn der Oper ist im Zentrum der Bühne das Rund für die Stierkämpfe angedeutet und oben sehen wir uns umrundet von den Arkaden der Real Maestranza. Diese sind nur auf die steinernen Stufen projeziert. Aber es wird ein wirkungsvoller Effekt erzielt. Die gesamte Aufführung ist begleitet von den von Sergio Metalli gestalteten Projektio…

Buchbesprechung: „I am Dandy“ von Nathaniel Adams

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Die Nachfahren von Beau Brummell – 56 Dandys stellt Nathaniel Adams im Buch „I am Dandy, the Return of the Elegant Gentleman“ vor – von Klaus J. Loderer
Ist Dandyismus eine Lebensform oder eine Philosophie? Nathaniel (Natty) Adams meint schelmisch (?), nein, denn Dandyismus sei eine ernsthafte psychische Störung zwischen Koprophilie, also der Liebe zu den Ausscheidungen, und Erotomanie, also Liebeswahn. Eine innere Macht dränge sie, sich so zu kleiden, wie sie es tun. Sie würden sich sogar auf einer einsamen Insel so anziehen. Nathaniel Adams rechnet sich übrigens selbst auch zu dieser Spezies. Und er untersucht das Thema Dandy seit seiner Studienzeit. Das Preisgeld, das er nach einem Buch zur Geschichte des Dandyismus durch das Lynton Fellowship erhielt, nutzte er dazu gleich ein noch größeres Werk zum Thema Dandy anzugehen. Nun interessierte ihn die Gegenwart mit den aktuell interessantesten angezogenen Männern. Im Band „I am Dandy“ stellt er 56 Dandys vor. Die Fotografin Rose Callah…

Buchbesprechung: Paul Abraham, der tragische König der Operette – eine Biographie von Klaus Waller

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Paul Abraham, der tragische König der Operette – Eine Biographie des Komponisten Paul Abraham von Klaus Waller – von Klaus J. Loderer
Klaus Wallers Biographie über Paul Abraham ist ein zweifelsohne lesenswertes Buch. Für die Fans von Paul Abraham liefert es endlich gesicherte Daten und geprüfte Fakten. Es bringt viele Informationen über die Aufführungspraxis im Operettenbereich in Budapest, Berlin und Wien in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und das Leben der Exilkomponisten in New York. Und das Buch zeigt auf tragische Weise ein menschliches Schicksal im Getriebe einer unmenschlichen Politik und zwischen Machtsystemen.
Kurz ist die Phase des Erfolgs als Operettenkomponist. Sie dauert in Berlin noch nicht einmal drei Jahre. Sie bricht mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler ab. Paul Abraham wird vom gefeierten Bonvivant der mondänen Berliner Gesellschaft zum ausgestoßenen Juden ohne Heimat, zum Getriebenen. Durch Europa, durch die Welt. Hat er in Budapest und in Berlin Melodien ve…

Oper im Film: „Tristan und Isolde“ in „Upstairs, Downstairs“ (Das Haus am Eaton Place)

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Lady Marjorie liebt und leidet mit „Tristan und Isolde“ – Ein Opernbesuch in der englischen Fernsehserie „Upstairs, Downstairs“ (Das Haus am Eaton Place) – von Klaus J. Loderer
Von 1971 bis 1975 lief in ITV in fünf Staffeln und 68 Folgen die englische Fernsehserie „Upstairs, Downstairs“. Ab 1975 kamen 52 Folgen unter dem Titel „Das Haus am Eaton Place“ ins deutsche Fernsehen. Die Einzelfolgen wurden vom ZDF von 50 Minuten auf 43 Minuten gekürzt. Die Serie spielt in einem Stadthaus im eleganten Belgravia in der Straße Eaton Place unter der fiktiven Hausnummer 165. Dort leben der Parlamentsabgeordnete Richard Bellamy, seine Frau Lady Marjorie, ihre beiden erwachsenen Kinder „upstairs“ und verschiedene Bediente unter der strengen Leitung des Butlers Hudson „downstairs“. Die Serie beginnt 1903 in der Regierungszeit König Edward VII., der in einer Folge auch zum Abendessen kommt, und endet schließlich 1930. Die elegante Hausherrin Lady Majorie, gespielt von Rachel Gurney, stirbt 1912 beim U…