Deutsche Erstaufführung: „Prima Donna“ von Rufus Wainwright – Theater Augsburg – 2018
Die Angst der Sängerin vor der Tonlosigkeit – ein Künstlerdrama – Deutsche Erstaufführung der Oper „Prima Donna“ von Rufus Wainwright am Theater Augsburg – von Klaus J. Loderer Da zeigt ein kanadischer Popsänger und Songschreiber den Europäern, wie Oper klingen kann. In Europa klammert man sich verzweifelt an die Atonalität als vermeintlich modern und ist in Panik vor Tonalität oder gar Melodie. Und nun kommt Rufus Wainwright daher und schreibt mit seinem Erstlingswerk eine Oper mit üppig angelegter sinfonischer Orchesterpartitur in der Tradition großer dramatischer Filmmusiken. Wainwright knüpft mit seiner melodischen Kompositionsweise an die Opernkomonisten des 20. Jahrhunderts wie Puccini, Strauss, Britten, Menotti und Poulenc an. Man muss „Prima Donna“ deshalb nicht gleich als Pasticcio verunglimpfen, wie es einige Kritiker taten – soll er doch erst einmal mit der Kompositionsweise seiner Vorbilder herumprobieren und seinen Stil finden. Wir verunglimpfen doch Ri...