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Opernkritik: Smetanas „Dalibor“ – Staatstheater Augsburg – 2018

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Den Sadisten entkommt der Idealist nicht  – Roland Schwab inszeniert Smetanas Oper „Dalibor“ am Staatstheater Augsburg –  von Klaus J. Loderer Brutal ist diese Welt. Mitleidlos und sadistisch sind die Machthaber, die uns Regisseur Roland Schwab in seiner Inszenierung von Smetanas „Dalibor“ am Staatstheater Augsburg vorstellt. Er holt die Handlung aus der Zeit der Bauernkriege im 15. Jahrhundert in Böhmen in eine fiktive Diktatur der Gegenwart und zeigt uns die Oper als endzeitlichen Actionfilm. Die Bevölkerung wird hier brutal unterdrückt. Willkürliche Erschießungen durchziehen die Inszenierung. Das kontrastiert mit der wunderschönen und melodienreichen Musik Smetanas, die in diesem Fall aber nicht wie in „Die verkaufte Braut“ von volkstümlichen Weisen geprägt ist. Eher die große Geste dominiert hier. An einigen Stellen erinnert die streckenweise in mächtigem Orchesterrausch auftrumpfende Musik sogar an Wagners „Lohengrin“. Sally du Randt als Milada Foto: Jan-Pie...

Deutsche Erstaufführung: „Prima Donna“ von Rufus Wainwright – Theater Augsburg – 2018

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Die Angst der Sängerin vor der Tonlosigkeit – ein Künstlerdrama  – Deutsche Erstaufführung der Oper „Prima Donna“ von Rufus Wainwright am Theater Augsburg –  von Klaus J. Loderer Da zeigt ein kanadischer Popsänger und Songschreiber den Europäern, wie Oper klingen kann. In Europa klammert man sich verzweifelt an die Atonalität als vermeintlich modern und ist in Panik vor Tonalität oder gar Melodie. Und nun kommt Rufus Wainwright daher und schreibt mit seinem Erstlingswerk eine Oper mit üppig angelegter sinfonischer Orchesterpartitur in der Tradition großer dramatischer Filmmusiken. Wainwright knüpft mit seiner melodischen Kompositionsweise an die Opernkomonisten des 20. Jahrhunderts wie Puccini, Strauss, Britten, Menotti und Poulenc an. Man muss „Prima Donna“ deshalb nicht gleich als Pasticcio verunglimpfen, wie es einige Kritiker taten – soll er doch erst einmal mit der Kompositionsweise seiner Vorbilder herumprobieren und seinen Stil finden. Wir verunglimpfen doch Ri...

Paul Abrahams Fußballoperette „Roxy und ihr Wunderteam“ mit Altfußballstar Jimmy Hartwig – Theater Augsburg – 2017

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Wenn in Budapest Donaunixen Cocktails mixen  Theater Augsburg zeigt Paul Abrahams Fußballoperette „Roxy und ihr Wunderteam “  im Martini-Park  von Klaus J. Loderer  Fußball und Operette, paßt das zusammen? Wenn sich Paul Abraham daran macht, paßt das natürlich. Dann kickt eine Fußballmannschaft nicht nur, sondern elf Jungs müssen auch noch steppen. Das Theater Augsburg kann in seiner Produktion von „Roxy und ihr Wunderteam“ sogar noch mit einem ehemaligen Fußballstar aufwarten. Jimmy Hartwig wechselte inzwischen vom Rasen zu den Brettern, die die Welt bedeuten, und spielt nun den DFB-Präsidenten Franz Baron. Das ist eigentlich keine Originalrolle von Paul Abrahams Operette. Aber für die Augsburger Inszenierung hat man das Stück kurzerhand etwas umgeschrieben. Man hat das Stück gnadenlos aktualisiert und gewisse Machenschaften, die als Schlagzeilen in letzter Zeit durch die Medien eingebracht. Das ist frech und einfach köstlich. Da klüngelt ein korrupter scho...

Carl Maria von Webers Oper Freischütz – Theater Augsburg im Theater Heilbronn – 2017

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Gruselige Geistervisionen im Kämmerlein  Theater Augsburg gastiert mit spannendem „Freischütz“ in Heilbronn  Es ist das Geisterhafte, das Unerklärliche, das Übernatürliche, das Regisseur Hinrich Horstkotte im „Freischütz“ interessierte. Dabei denkt man in der Oper von Carl Maria von Weber vor allem an die Wolfschluchtszene. Doch auch das von der Wand fallende Bild des Ahnen, Agathes Traum, die Totenkrone und der Probeschuß sind Motive aus den oft mysteriös angehauchten Geschichten der Romantik. Doch Horstkotte schwebte wohl die Stimmung einer E.T.A. Hoffmann-Geschichte vor. Entsprechend verdüsterte er den „Freischütz“ noch stärker.  Wolfgang Schwaninger (Max), Alejandro Marco-Buhrmester  (Kaspar) Foto: Jan-Pieter Fuhr Und er baute in die Geschichte einige Motive der literarischen Vorlage von Johann August Apel ein, die in der Oper stark verändert wurden. Dazu gehört, dass Max in der Erzählulng „Der Freischütz“ gar kein Jäger ist, sondern ein Schreiber....