Posts

Posts mit dem Label "Mannheim Nationaltheater" werden angezeigt.

Aus der Geschichte der Oper in Stuttgart: „Schahrazade“ von Bernhard Sekles 1919

Bild
„Für die Aufführung hat Fritz Buschs Leitung den entsprechenden Ton gefunden“  – „Schahrazade“, eine vergessene Oper des vergessenen Komponisten Bernhard Sekles –  von Klaus J. Loderer Der Spielplan des Württembergischen Landestheaters in Stuttgart, wie das ehemalige königliche Hoftheater und spätere Württembergische Staatstheater nun hieß, hatte im Opernbereich im Frühjahr 1919 die übliche Mischung mit Werken, die auch heute noch häufig gespielt werden wie Mozarts „Don Giovanni“, Verdis „Aida“, Wagners „Meistersinger“ und Webers „Der Freischütz“ im Programm. Daneben gab es einige heute eher vergessene Werke wie Lortzings „Undine“ und „Der Waffenschmied“ und mehrere damals moderne Opern wie „Tiefland“ von Eugen d’Albert und die immerhin in Stuttgart uraufgeführte Oper „Mona Lisa“ von Max von Schillings“. Übrigens wurde „Don Giovanni“ im Kleinen Haus gespielt, die heutige Aufteilung in Opernhaus und Schauspielhaus gab es damals noch nicht. Am 8. Mai 1919 lernte das Stuttgarter ...

Opernkritik: Monteverdis „Die Krönung der Poppea“ – Nationaltheater Mannheim – 2018

Bild
Vergiftete Seelen  Monteverdis „Die Krönung der Poppea“ im Nationaltheater Mannheim  von Matthias Woehl Es ist schon erstaunlich, dass „Die Krönung der Poppea“ gerne so harmlos, fast belustigend dargestellt wird. Wenn man sich mit Kaiser Nero oder auch Poppea beschäftigt, dann wird einem ganz übel, denn das waren nun alles andere als reizende Zeitgenossen. Zudem finde ich immer wieder faszinierend, wie allgemeingültig die Beziehungsgeflechte der Personen von Librettist  Giovanni Francesco Busenello angelegt sind und immer noch auf die heutige Zeit, immerhin fast 400 Jahre später, übertragbar sind. Machtgeilheit, Gier, Mord, Geld, Verführung aus niederen Beweggründen. Wie auch heutzutage wird aus vielen Gründen „angeblich“ geliebt, nur nicht aus Liebe.  „Krönung der Poppea“ am Nationaltheater Mannheim: Bartosz Urbanowicz, Magnus Staveland, Alphabet-Chor und Il gusto barocco Copyright: Christian Kleiner Regisseur Lorenzo Fioroni hat sich off...

Premierenkritik „La reine – die Königin“ – Nationaltheater Mannheim – 2017

Bild
Nervtötende Langeweile in Trümmerfeld  – Angela Denoke mit Liedern von Hector Berlioz und Richard Wagner in wenig befriedigender szenischer Umsetzung –  von Klaus J. Loderer „Les nuits d’été“ von Hector Berlioz und die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner gehören zu den schönsten Musikstücken des 19. Jahrhunderts. Am Nationaltheater Mannheim wurden sie zum Kern einer Produktion mit dem Titel „La reine / die Königin“. Angela Denoke sang beide Liederzyklen in einer Art szenischen Produktion. Die Musik blieb aber kühl. Benjamin Reimers hä tte das Orchester des Nationaltheaters Mannheim etwas luftig und weniger massiv dirigieren können – aber insgesamt war das Projekt musikalisch einigermaßen schön anzuhören. „La reine“ am Nationaltheater Mannheim: Frank Richartz und Angela Denoke Copyright: Hans Jörg Michel      Dekoriert wurden die beiden Liederzyklen allerdings leider mit allerhand Zutaten, die mehr oder weniger stö...

Alceste – Nationaltheater Mannheim – 2017

„Alceste“ im Nationaltheater Mannheim Und am Samstag gleich wieder im Nationaltheater Mannheim: „Alceste“ vom verehrten Ritter Gluck. Dietrich W. Hilsdorf hat inszeniert, was man auch ohne den Namen im Programmheft zu lesen, am dekorativ herumgetragenen Weinglas erkannt hätte. Bühnenbildner Dieter Richter hat einen heruntergekommenen Palast entworfen, mit dem die barockisierenden Kostüme von Renate Schmitzer kontrastierten. Herausragend war Galina Shesterneva als Alceste. Klaus J. Loderer Besuchte Vorstellung: 2017 Nationaltheater Mannheim

Stiffelio – Mannheim – 2014

Verdis Oper „Stiffelio“ in Mannheim  Verdis selten gespielte Oper „Stiffelio“ im Nationaltheater Mannheim. Musikalisch ein toller Abend mit dem hervorragenden Tenor Martin Muehle in der Titelrolle. Das Regiekonzept von Regula Gerber war zwar dämlich, fiel aber kaum auf. Schon allein die Idee, die Oper in einem Milieu mit eindeutig als katholischen zu identifizierenden Pfarrern spielen zu lassen, zeugt vom völligen Unverständnis für diese Oper. Erstaunlich an dieser Oper ist ja gerade der protestantische Rahmen der Handlung. Das Bühnenbild von Roland Aeschlimann bot wenigstens eindrucksvolle Bilder. Die Oper handelt von Stiffelio, der entdeckt, dass seine Frau ihn betrogen hat. Natürlich würde man bei Verdi nun Mord und Totschlag für Liebhaber und Ehefrau erwarten, aber es kommt ganz anders. Eindrucksvoll gestaltet ist bei Verdi das Finale, wenn Stiffelio auf die Kanzel steigt, die Bibel aufschlägt und das Gleichnis der Ehebrecherin entdeckt und die gespannte Stimmung umschlä...