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Es werden Posts vom August, 2018 angezeigt.

Opernkritik: „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen

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Kunst kommt von Können und Meisterhaftes von Meistern – Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in einer wirklich unzureichenden, gar lächerlichen Inszenierung von Barrie Kosky – von Matthias Woehl 
Das Spiel beginnt, wir befinden uns im Wohnzimmer der Villa Wahnfried, in der Richard Wagner als Hans Sachs verkleidet, mit seiner Familie, Cosima Wagner als Eva, der Dirigent der Parsifal-Uraufführung Hermann Levi als Beckmesser, Franz Liszt als Veit Pogner, noch ein Richard Wagner als David und ein weiterer Richard Wagner als Stolzing die Meistersinger spielt. Das ist zwar ein hübscher Ansatz, geht aber, so man die Oper, die Protagonisten und deren Vorgänge kennt, einfach nicht auf. Regisseur Barrie Kosky beginnt mit seinem üblichen Tohuwabohu. Die auftretenden Meister sind gar head-bangende, tuntige Sänger (vielleicht zum Vorsingen bei Wagner?) der Chor ist in wunderschöne Renaissance-Kostüme gesteckt, tritt immer mal hinzu, und aus Platzgründen auch gleich wieder ab, aber welche Deutun…

Opernkritik: Barrie Koskys Inszenierung von „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Bayreuth enttäuscht

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Alles Wagner in Wahnfried – Leider ist Barrie Koskys Inszenierung von „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Bayreuth doch nur ein Kostümschinken – von Klaus J. Loderer 
Nimmt man die typischen Barrie-Kosky-Stilmittel weg, bleibt bei seiner Inszenierung von „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen eigentlich nur ein belangloser Kostümschinken übrig – ein zumindest am Anfang schön anzusehender allerdings. Denn die handwerkliche Perfektion des Bühnenbilds von Rebecca Ringst und der Kostüme von Klaus Bruns ist schon beachtlich. Man hätte bei dem in Berlin so gefeierten Regisseur und Chef der Komischen Oper Berlin wenigstens noch eine lustige Show erwartet, doch letztlich dümpelt die Sache eher langweilig dahin. Dabei beginnt die Inszenierung vielversprechend.
Ein Besuch Franz Liszts und Hermann Levis bei den Wagners in der neuen Villa Wahnfried dient als Inspiration der Produktion von „Die Meistersinger von Nürnberg“, die letztes Jahr bei den Bayreuther Festspielen Prem…

Buchbesprechung: Das Meraner Stadttheater

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Ein Jugendstiltheater in den Alpen  – Ein Buch von Renate Abram über das Stadttheater von Meran – von Klaus J. Loderer 
Vor ein paar Tagen erwarb ich in der Touristeninformation in Meran ein Buch über das Stadttheater des Kurorts, das in der italienischen Namensfassung Teatro Puccini heißt. Auch wenn das Buch schon ein paar Jahre alt ist, liegt es immerhin noch zum Verkauf aus.
Das Stadttheater in Meran war das erste Theatergebäude, das der Architekt Martin Dülfer errichtete. Nach den zahlreichen Verlusten des Zweiten Weltkriegs ist es eines der wenigen Gebäude Dülfers, das noch steht. Von den Theatern ist jenes in Lübeck erhalten. Das Äußere des  Theaters in Duisburg ist einigermaßen erhalten, die Ruine des Theaters in Dortmund wurde abgebrochen. Und obwohl Italien ansonsten einen reichen Bestand an historischen Theatern besitzt, ist es für Südtirol eine Besonderheit.
Renate Abram rollt in dem Buch die Geschichte des Theaterspiels in Meran auf, die weiter zurück reicht als die Eröffnung…