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Opernrarität: Nicola Antonio Porporas „Mitridate“ – Schloßtheater Schwetzingen – 2017

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Mitridate mal nicht von Mozart  – Winter in Schwetzingen: Nicola Antonio Porporas „Mitridate“ des Theaters Heidelberg im Schloßtheater Schwetzingen –  von Klaus J. Loderer  Die Reihe „Winter in Schwetzingen“ steht für stimmungsvolle Theaterereignisse in einem zauberhaften historischen Theater. Durch den Wintereinbruch sieht der überzuckerte Schloßpark in Schwetzingen an diesem Sonntagnachmittag noch romantischer aus als im Sommer. Das Theater Heidelberg bringt mit seiner Reihe „Opera napoletana“ vergessene Opernraritäten der neapolitanischen Schule auf die Bühne. Semandra (Yasmin Özkan), Sifare (Ray Chenez), Mitridate (David DQ Lee) Foto: Sebastian Bühler Zum Abschluss der Reihe ist nun die zweite Oper von Nicola Antonio Porpora (1686-1768) zu sehen. 2012 war es „Polifemo“, 2017 nun „Mitridate“. Der in Neapel geborene Komponist Nicola Antonio Porpora ist ansonsten höchstens durch die Verflechtungen mit den Biographien anderer Komponisten bekannt. So...

Umberto Giordanos Oper „Andrea Chenier“ – Bayerische Staatsoper München – 2017

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Die Revolution frißt ihre eigenen Kinder  – Anja Harteros verleiht Umberto Giordanos „Andrea Chenier“ der Bayerischen Staatsoper im Nationaltheater München Glanz –  von Klaus J. Loderer Es kommt an eine Sternstunde heran. Eine wunderbare Anja Harteros verleiht der Aufführung von Giordanos „Andrea Chenier“ Glanz. Ihre feine stimmliche Gestaltung der Partie korrespondiert mit ihrer zarten zurückhaltenden darstellerischen Gestaltung der Maddalena. Überaus ergreifend ihr „La mamma morta“. Eine wunderbare Szene liefert sie mit George Petean als Gérard im dritten Bild. Gibt er am Anfang den polternden Revoluzzer, spürt der Opernbesucher in seiner ergreifend gesungenen Arie im dritten Akt sein aufkeimendes Gewissen. Ein Glücksfall. Herrschaftsetage und Dienerschaftskeller – „Andrea Chenier“ in der Inszenierung von Philipp  Stölzl an der Bayerischen Staatsoper (Nationaltheater München) © Wilfried Hösl Auch die vielen Nebenrollen sind gut besetzt. Larissa D...

Buch über Sprechtraining und Aussprache: Elmar Bartel: Einfach besser sprechen. So gelingt ein starker Auftritt

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Wie spricht man die deutsche Sprache eigentlich aus?  Der Nachrichtensprecher Elmar Bartel hat ein Lehrbuch für Sprechtraining und Aussprache geschrieben  – von Klaus J. Loderer –  Sprechen ist eine Kunst, die natürlich jeder zu beherrschen meint. Jeder plappert eben munter drauf los. Wer professionell sprechen muss, merkt aber vielleicht bald, wie er oder sie mit der Stimme an die Grenze kommt. Eventuell klingt die Stimme nach Überbelastung heiser. Und genau hier setzt Elmar Bartels Buch an, das sich an alle Menschen richtet, die sprechen müssen. Und dieses Spektrum reicht vom Radiosprecher über den Reiseleiter bis zum Verkäufer. Bartel hilft dabei, die Stimme schonend einzusetzen. Stimme hat natürlich etwas mit dem Atem zu tun und deshalb kann man mit dem Buch lernen, den Atem richtig einzusetzen. Denn auch wenn Sportlehrer gerne etwas von Brustatmung erzählen – damit wird man eben höchstens heiser. Denn für Sprechen und Singen ist die Bauchatmu...

Nicola Antonio Porporas Oper „Mitridate“ – Theater Heidelberg im Schlosstheater Schwetzingen – 2017

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Psychogramm der Liebe Theater Heidelberg zeigt Nicola Antonio Porporas Oper „Mitridate“ im Schlosstheater Schwetzingen – von Matthias Woehl –  Ich kenne nur wenige Opern von Porpora. 2012 habe ich im gleichen Rahmen, dem „Winter in Schwetzigen“ des Theaters Heidelberg seine Oper „Polifemo“ gesehen, und als CD kenne ich seinen „Orlando“. Das ist wenig, wenn man bedenkt, das Poropora 50 Opern komponiert und dereinst zu den erfolgreichsten Opernkomponisten überhaupt gehörte. Warum dem so war, versteht man, wenn man seinen „Mitridate“ anhört. Mitridate (David DQ Lee), Semandra (Yasmin Özkan), Sifare (Antonio Giovannini) Foto:  Sebastian Bühler          „Mitridate“ ist eine aufregende Oper um Liebe, Eifersucht, Intrige und Täuschung am Hofe des Königs Mitridate. Porpora komponierte dazu eine dermaßen aufregende, sinnliche und abwechslungsreiche Musik mit herrlichsten Arien, Duetten und Ensembles in einer Virtuosität, die andere Komponis...

Mozarts „Don Giovanni“ – Staatstheater Mainz – 2014

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Staatstheater Mainz – Foto: Klaus J. Loderer Endlich wieder mal Theater auf der Opernbühne Tilmann Knabe inszeniert Mozarts „Don Giovanni“ am Staatstheater Mainz Endlich wieder mal was los auf der Bühne! Tilmann Knabe erzählt eine aufregende Geschichte über Sex, Macht und Gier! Wie bei Tilmann Knabe üblich, wurde natürlich viel kopuliert (worum es in Don Giovanni ja wohl auch geht), viel geraucht, wird ein Machthaber ermordet (der Komtur, auch Bestandteil der Geschichte), und aus Eifersucht gekeift (auch irgendwie ganz der Stoff), das allerdings auf die radikale Art (Knabe eben). Das war dem Mainzer Opernpublikum allerdings etwas zu viel. Was für eine Aufregung, was für ein Buhgewitter am Ende! Ich kann aber nur eines sagen: lange Zeit habe ich keine so detailreiche Inszenierung mehr gesehen. Was für eine Brilliante Personenführung, und was für ein Feuerwerk an Ideen und Bildern. So etwas wird natürlich nicht mehr goutiert. Klar ist es für die Leute zu viel, wenn eine Donn...

Wagners „Parsifal“ – Bayreuther Festspiele – 2016

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Festspielhaus Bayreuth – Foto: Klaus J. Loderer Erlösung von den Erlösungsversprechen Georg Zeppenfelt als großartiger Gurnemanz in Richard Wagners „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen von Matthias Woehl Lange hat es dieses Jahr gedauert, bis ich endlich „mitreden“ kann, habe absichtlich keine Rezensionen gelesen, um möglichst unvoreingenommen an die neue Inszenierung herangehen zu können. Ich habe ja die letzte Inszenierung von Stefan Herheim sehr gemocht (abgesehen von meinem liebsten Bayreuth „Parsifal“, der alten Inszenierung von Wolfgang Wagner) aber ich gebe zu, das man sich dem Stoff wohl tatsächlich nur nähern kann, wenn man wirklich „glaubt“. Regisseur Uwe Eric Laufenberg hat es nicht nötig, irgendwelche Unsinnigkeiten über das Sujet zu stülpen, aber dafür traut er sich etwas Unfassbares (das Feuilleton stand ja Kopf) nämlich ein Plädoyer für „Glaube und die Hoffnung auf Erlösung“ auf die Bühne zu bringen. Was für beeindruckende Bilder einem da begegnen...

Operette: Paul Abrahams „Ball im Savoy“ – Theater Koblenz – 2017

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Und extra auf finnisch übersetzt – Paul Abrahams „Ball im Savoy“ am Theater Koblenz –  von Matthias Woehl Ach, es könnte so schön sein, denn Paul Abrahams „Ball im Savoy“ hat nun wirklich alles, was eine gute Operette braucht. Schmissige Schlager, herrliche Liebesduette, Tolle Tanzpassagen, eine witzige Handlung sowie den nötigen Schuss Romantik. Das spannende an Abraham ist vor allem, wie er es versteht Wiener Walzer, Chanson als auch amerikanische Tanzmusik zu einem wunderbaren Cocktail zu verschmelzen. Eigentlich ist alles da, und es bräuchte nur noch einen Regisseur, der das mit ein paar netten Ideen zu bebildern versteht. Doch das gelingt Ansgar Weigner leider nicht. Seine Protagonisten haben auf der Bühne wenig miteinander zu tun. Hier und da sind hübsche Ansätze auszumachen, aber es funktioniert einfach nicht. Alle Protagonisten bleiben blass, große Auftritte verpuffen, Beziehungen sind gar nicht zu erkennen, es fehlt einfach an Charme und Romantik. Um zu zeigen,...

Richard Wagners „Die Walküre“ – Bayreuther Festspiele – 2014

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Festspielhaus Bayreuth, Foto: Klaus J. Loderer Castorf-Inszenierung der „Walküre“ bei den Bayreuther Festspielen enttäuscht von Matthias Woehl Tja, nach dem wirklich aufregenden „Rheingold“, bei dem endlich auch mal das, was sonst immer nur erzählt wird, wirklich gezeigt wurde (Wotan schläft mir Erda etc.), hatte ich mich wirklich auf die Walküre gefreut. Aber es schien, daß (wie auch schon beim vorherigen Dorst-Ring, als auch bei dem von Herrn Flimm) Herrn Castorf die Ideen ausgingen. Ach was erhoffte ich mir endlich wilde Kopulationen zwischen Siegmund und Sieglinde, ein irres Ränkespiel um das Leben von Siegmund mit Fricka, Hunding hätte wenigstens mal versuchen können Sieglinde flach zu legen (bevor das Schlafmittel wirkt) ... aber außer einem Erda-Video und kleinem unpassendem Auftritt derselben, nichts. Wenigstens mal eine durch einen Kuss angedeutete kleine Liebelei von Wotan mit Brünnhilde. Ansonsten: es verschwinden immer die Gesprächspartner irgendwo im Off, sel...

Premierenkritik: Wagners „Die Walküre“ – Badisches Staatstheater Karlsruhe – 2016

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Brünnhilde schockgefrostet Premiere von Wagners „Die Walküre“ im Badischen Staatstheater Karlsruhe – von Matthias Woehl –  Genauso wie dereinst in Stuttgart wird der neue Ring in Karlsruhe ja von vier Regisseuren in Szene gesetzt. Für die Walküre wurde nun Regisseur Yval Sharon verpflichtet. Anders als David Herman im Rheingold benutzt Yval Sharon eine sehr sinnliche Bildsprache. Im ersten Akt sehen wir eine Reihe von Türen. Mit diesen und mit Projektionen (Schattenspielen) auf der Wand entsteht eine phantastische Szenerie um das Geschwisterpaar, das sich gegenseitig irgendwie anzieht, aber nicht versteht warum. Das hat einen unglaublich schönen Effekt. Peter Wedd (Siegmund), Katherine Broderick (Sieglinde) Foto:  Falk von Traubenberg Der Beginn des zweiten Aktes spielt auf einer Treppe, die wiederum schöne Momente beim Streit von Wotan und Fricka ermöglicht, und, zurück bei den Türen (zur Szene mit Brünnhilde, der Todverkündung, der Opferung von Si...

Operette „Ball im Savoy“ von Paul Abraham – Theater Koblenz – 2017

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Im Art-Deco-Fotoalbum  „Ball im Savoy“ – Operette von Paul Abraham am Theater Koblenz  von Klaus J. Loderer Spritzig, lustig, frech, frivol sind Adjektive, die gut zu Paul Abrahams Operette „Ball im Savoy“ passen und das gewürzt mit einer jazzig durch alle möglichen Kulturkreise flirrenden Musik, von der „Es ist so schön am Abend bummeln zu geh’n“ die bekannteste Nummer ist. Mit „Känguru“ ist Paul Abraham eine köstliche Parodie auf Modetänze gelungen. „Ball im Savoy“ in Koblenz:  Christof Maria Kaiser als Mustapha Bey mit seinen sechs Exfrauen Foto: Matthias Baus für das Theater Koblenz     Es geht um ein frisch angetrautes Ehepaar Aristide und Madeleine, das daheim von den lieben Freunden empfangen wird. Da bekommt Aristide ein Telegramm seiner abservierten Verflossenen Tangolita, die genau in dieser Nacht eine Stunde beim Ball im Savoy fordert. Sein Freund Mustapha Bey kommt auf die Idee, dass man die Ausrede erfinden könnte, dass...