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Ein historischer Saalbau: der Reichshof in Stuttgart

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Stimmungsarchitektur für Biertrinker  – Der Reichshof in der Tübinger Straße in Stuttgart, ein neogotischer Gebäudekomplex der Architekten Bihl & Woltz –  von Klaus J. Loderer Den Bautypus Brauhaus im Sinne einer gastronomischen Einrichtung verbindet man heute hauptsächlich mit München. Das Hofbräuhaus ist das berühmteste. Der Name Brauhäus oder Bräuhaus rührt aus einer Zeit her, als dort noch das Bier gebraut wurde. Im 19. Jahrhundert wurden die größer werdenden Brauereien an den Stadtrand verlegt. Übrig blieb der Stammsitz im Stadtzentrum. Beim Hofbräuhaus ist das natürlich nur der scheinbare Stammsitz, doch der Neubau sollte natürlich genau an die Tradition anknüpfen. Typisch war und ist die Aufteilung in verschiedene Raumtypen, die in einem großen Gebäude zusammengefasst sind: eine Bierschwemme im Erdgeschoss, ein eleganteres Restaurant oben und einen großen Saal. Die Einrichtung dieser Räume war manchmal stilistisch unterschiedlich und verschiedenen Themen gewidmet. D...

Buchbesprechung: Hans Ostwald – Berlin, Anfänge einer Großstadt

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Von Varietés, Kaffeeklappen und Bouillonkellern    – Ein Lesebuch zum Berlin der Zeit nach 1900 mit Texten aus Hans Ostwalds Großstadt-Dokumenten, herausgegeben von Thomas Böhm –  von Klaus J. Loderer Bei wogendem Nachtleben in der Friedrichstraße, Nachtlokalen, Varietés, Buchmachern, schwulen Bars, Prostituierten und Strichern in Berlin denkt man heute vorschnell an die 1920er-Jahre. Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wird oft als spießiges Kaiserreich abgetan. Doch genau in dieser Zeit bildete sich die Metropole heraus. Die Vielzahl an Cafés, Varietés, Theater und Lokalen hätte in der wirtschaftlich problematischen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gar nicht entstehen können. Das großstädtische Leben gab es in Berlin schon. Es war anders, aber es war schon vorhanden. Sicher war es durch die Moralvorstellungen in der Kaiserzeit eingeschränkter als die freieren 1920er-Jahre. Aber auch in der Kaiserzeit tat sich so einiges in Berlin, wenn gerade kein Polizist in der Nähe war. ...

Berliner Theatergeschichte: Nur kurz existierte die Oper im Nationaltheater am Weinbergsweg

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Ein gescheitertes Volksopernexperiment – Aus dem neuen Nationaltheater in Berlin wurde das Walhallatheater –  von Klaus J. Loderer   Es waren die kleinen Törtchen, die mich vor ein paar Jahren in das Café Fleury am Weinbergsweg in Berlin lockten. Ich kehrte auf dem Weg zu einer Theatervorstellung im Prater in der Kastanienallee ein. Ich hatte mich zu Fuß vom Hackeschen Markt über die Rosenthaler Straße aufgemacht. Am Rosenthaler Platz zweigt der Weinbergsweg ab und führt leicht den Hang hinauf. Es ging mir wohl so wie etwa hundert Jahre zuvor dem Schriftsteller Alfred Döblin, der damals als Theaterkritiker unterwegs war. 1911 beklagte er sich in der von Herwarth Walden herausgegebenen Zeitschrift „Der Sturm“ über den weiten Weg zum Rosenthaler Tor. Er war 1911 aber nicht im Prater sondern ungefähr dort, wo ich im Theater saß. Genauer gesagt war er ein Haus weiter. Da ist heute ein Park, den es im Kaiserreich noch nicht gab. Sein Ausruf „Und so lebe der Weinbergsweg!“ bezog sic...