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Opernkritik: Gioacchino Rossinis „La Cenerentola“ – Oper Köln

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Happy End im Palace  – Cecilia Ligorio inszeniert Gioacchino Rossinis „La Cenerentola“ an der Oper Köln als Hollywoodfilm –  von Klaus J. Loderer Der Traum vom Glück. Wo wird er uns besser vorgegaukelt als im Film. Bühnenbildner Gregorio Zurla entführt uns im Kölner Staatenhaus in eine Hollywoodproduktion, in eine Welt von Glitter und Glamour. Dazu hat er ein aus kleinen Einzelteilen zusammensetzbares Bühnenbild gebaut, das ebenso schnell entstehen wie es verschwinden kann. Zu den 1930er-Jahren passen auch die sehr eleganten Kostüme von Vera Pierantoni Giua. Regisseurin Cecilia Ligorio hat eine kleine Rahmenhandlung erfunden und erzählt anschaulich die eigentliche Aschenputtel-Geschichte entsprechend der Musik mit quirligen Einfällen und einer Freude an vielen schönen Details. Was da Schein und was Wirklichkeit ist, das bleibt bewusst in der Schwebe – Film eben.  Charlotte Quadt, Wolfgang Stefan Schwaiger, Jennifer Zein Foto: Matthias Jung Ein Opernbesuch, der Vergnü...

Konzert: 80. Geburtstag des Oboisten Lajos Lencsés

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Ein Meister der Oboe Jubiläumskonzert für und mit Lajos Lencsés im Liszt-Institut in Stuttgart von Klaus J. Loderer Den achtzigsten Geburtstag des bekannten Oboisten Lajos Lencsés feierte das Liszt-Institut, das ungarische Kulturinstitut in Stuttgart, mit einem Kammerkonzert, bei dem er zusammen mit dem Pianisten László Borbely und dem Bratschisten Paul Pesthy.. Lajos Lencsés war 37 Jahre lang Solo-Oboist beim Radio-Sinfonieorchester Stuttgart. Er wurde am 18. Januar 1943 in Dorog geboren. Er besuchte das Béla-Bartók-Konservatorium und die Budapester Musikakademie. In Frankreich studierte er weiter am Pariser Konservatorium und an der Sommerakademie in Nizza. 1971 kam er nach Stuttgart. In seiner musikalischen Karriere arbeitete er mit zahlreichen Dirigenten wie Karl Münchinger, Sir Neville Marriner, Christoph Eschenbach und Jean-Pierre Rampal zusammen. Einige davon sind ihm besonders in Erinnerung geblieben, zum Beispiel Sergiu Celibidache. Auf etwa fünfzig CDs ist er vertreten. Zu se...

Ausstellung: Faustillustrationen im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart

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Feines Farbenspiel Ausstellung „Die Farben des Faust – Bilder von Gábor Karátson“ im Liszt-Institut (Ungarisches Kulturinstitut) in Stuttgart von Klaus J. Loderer Dicht an dicht ziehen sich die Rahmen einer Bildreihe um den Veranstaltungsraum des Liszt-Instituts in Stuttgart. Die aktuelle Ausstellung bildet eine Brücke zwischen Deutschland und Ungarn und zeigt Illustrationen Gábor Karátsons zu Goethes „Faust“. Mit diesem Werk hat sich der ungarische Künstler und Schriftsteller ab den 1960er-Jahren intensiv beschäftigt, bis die Illustrationen 1980 erschienen sind. Wie oft in Ungarn findet sich in seiner Biographie der Bruch der Revolution von 1956, nach der Gábor Karátson (1935-2015) sein Studium abbrechen musste. Die Herkunft als Sohn eines Rechtsanwalts und Enkel eines Malers und einer aus Deutschland stammenden, literarisch interessierten Großmutter brachten ihn früh mit Literatur und Kunst zusammen. Der Schriftsteller László Márton lobte Gábor Karátson als einen genialen Künstler. E...

Divertissementchen von Cäcilia Wolkenburg „Fastelovend zesamme!“ – 2023

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Wie der preußische König den Kölner Karneval rettete  – Divertissementchen „Fastelovend zesamme!“ der Bühnenspielgemeinschaft Cäcilia Wolkenburg würdigt Jubiläum 200 Jahre organisierter Karneval in Köln –  von Klaus J. Loderer Vier Frauen träumen nachts. Im Traum hören sie eine Trommel, das Trömmelsche, das zum Karneval ruft. Über Jahre des Karnevals entwöhnt durch obrigkeitliche Coronaverbote, haben sie nun eine unstillbare Sehnsucht nach Karneval. Zumal ein bedeutendes Jubiläum ansteht, nämlich das zweihundertjährige Jubiläum des organisierten Karnevals in Köln. Die vier sind zufälligerweise die Ehefrauen der Präsidenten der renommiertesten Karnevalsorganisationen und erinnern sich zurück, wie vor zweihundert Jahren ihre Vorfahren den Karneval retteten. 1823 war der Karneval in Gefahr. Köln war preußisch besetzt und der Straßenkarneval sollte verboten werden, Harlekin-Spiegelzauber-Ballett bei der venezianischen  Soiree im Hause Schmitz Foto: Thomas Brill Wie vier Fraue...

Opernkritik: Jacques Offenbachs „Die Großherzogin von Gerolstein“ – Staatstheater am Gärtnerplatz in München – 2023

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Fastverführung in der Badewanne   – Jacques Offenbachs Opéra bouffe „Die Großherzogin von Gerolstein “  (La grande-duchesse de Gérolstein) am Gärtnerplatztheater –  von Klaus J. Loderer Gerolstein ist ziemlich bunt. Und das nicht zuletzt dank der farbenfrohen Kostüme Alfred Mayerhofers. Der hat die Großherzogin in eine knallrote Uniform gesteckt. Und Prinz Paul tänzelt im rosa Anzug durch das Land. Überhaupt wird hier viel getänzelt. Die großherzogliche Armee tanzt eher als dass sie paradiert und ihr Stechschritt geht zumal im Finale in einen Cancan über. Da haben die Soldaten dann ihre grünen Uniformjacken längst fallen lassen und zeigen sich im Tanktop. So mag es die Großherzogin am liebsten, die, wie man in München gleich im ersten Akt erfährt, ihre Soldaten nicht nur besingt, sondern schon alle durchprobiert hat. Jetzt kommt der Soldat Fritz dran, ein Neuer. Der ist aber spröde. Er lässt sich zwar gerne zum General befördern und kehrt auch siegreich aus dem Krieg zurü...

Filmkritik: Annie Ernaux – die Super-8-Jahre

Eine Familie im Urlaub  – Die Super-8-Jahre – ein Film über die Familie der französischen Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux –  von Klaus J. Loderer Die Familie packt unter dem Weihnachtsbaum Geschenke aus. Ein Junge bläst die Kerzen auf seinem Geburtstagskuchen aus. Kinder im Garten. Vielfach existieren solche Filmszenen aus dem Familienleben, gedreht mit einer Super-8-Kamera. Die Kameraführung ist unruhig, das Bild hüpft, schwenkt eifrig durch den Raum. Solche Filme werden im Familienkreis betrachtet, die Familienmitglieder erinnern sich und kommentieren oder korrigieren. Eventuell werden solche Filmsequenzen als Stilmittel für Rückblicke in Kinofilme eingebaut. Sie sind oft nachgestellt, gelegentlich authentisch. Üblicherweise kommen solche Filme aber nicht über den Familien- und Freundeskreis hinaus. In diesem Fall ist ein einstündiger Kinofilm ausschließlich aus Super-8-Filmen zusammengesetzt, die in den 1970er-Jahren im Laufe von fast zehn Jahren entstanden sind. T...

Musical: „Sugar“ – Altes Schauspielhaus Stuttgart

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Gangsterkomödie mit Damenkapelle  – Musical-Adaption des Billy-Wilder-Film „Some like it hot“ (Manche mögen’s heiß) im Alten Schauspielhaus Stuttgart –  von Klaus J. Loderer Die Stimme kennt man doch. Es sind die eingespielten Lautsprecherdurchsagen am Bahnhof von Chicago, die aufhorchen lassen. Dieter Hallervorden hat sie eingesprochen. Der ist Intendant des Schlossparktheaters in Berlin, an dem im Herbst das Muscial „Sugar“ Premiere hatte. Nun ist die Produktion in Stuttgart zu sehen. Das Alte Schauspielhaus macht große Show. Die Handlung von „Sugar“ ist eine der berühmtesten Komödien überhaupt. Es handelt sich um eine Adaption des 1959 entstandenen Billy-Wilder-Films „Some like it hot“ (Manche mögen’s heiß) für die Bühne. Mit neuer Musik von Jule Styne kam das Musical 1972 in New York heraus. So sind die Musiknummern gegenüber dem Film im Vordergrund, die gesprochenen Dialoge wurden stark reduziert, die Ensembles dagegen ausgeweitet, um Show-Effekte zu erzielen. „Sugar“ im ...

Musical: „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ – Staatstheater am Gärtnerplatz München

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Abenteuer mit einem fliegenden Auto  – Musical „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ (Chitty Chitty Bang Bang) am Gärtnerplatztheater in München –  von Klaus J. Loderer Wenn das wundersame Fahrzeug am Ende des ersten Teils gar noch abhebt und in den Sternenhimmel schwebt, dann ist das Publikum des Gärtnerplatztheaters nicht mehr zu halten und klatscht und jubelt. Natürlich schwebt Tschitti Tschitti Bäng Bäng, wie das fahrende, schwimmende und fliegende Fahrzeug heißt, nicht wirklich, es wird hinaufgehoben, aber der Effekt überrascht. Die zauberhafte Produktion von „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“, die 2014 im damals als Ausweichquartier des Staatstheaters am Gärtnerplatztheaters bespielten Prinzregententheater Premiere hatte, sorgt mit vielen Szenenwechseln (Bühne: Judith Leikauf und Karl Fehringer) und den schönen Kostümen im Stil des frühen 20. Jahrhunderts (Kostüme: Alfred Mayerhofer) immer noch für eine kurzweilige und unterhaltsame Aufführung. Peter Lesiak als Caractacus Potts und K...

Vor 100 Jahren in Berlin: Uraufführung der Operette „Die törichte Jungfrau“ von Oscar Straus

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Erfolg im Großen Schauspielhaus in Berlin  – Am 13. Januar 1923 wurde die Operette „Die törichte Jungfrau“ von Oscar Straus uraufgeführt –  von Klaus J. Loderer Oscar Straus (1870-1954) war seit Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts mit mehreren Operetten bekannt geworden, darunter „Die lustigen Nibelungen“ und „Ein Walzertraum“. In Berlin kam 1920 „Der letzte Walzer“ heraus. Ende des Jahres 1923 „Die Perlen der Cleopatra“ in Wien. Unmittelbar davor war von ihm in Berlin eine heute vergessene Operette auf die Bühne gekommen: „Die törichte Jungfrau“. Am 13. Januar 1923 fand die Uraufführung der neuen Operette von Oscar Straus statt. Das Große Schauspielhaus brachte an diesem Samstag „Die törichte Jungfrau“ heraus. Regie führte Iwan Schmidt. Die musikalische Leitung hatte Max Roth. Die Hauptrollen waren besetzt mit Kammersänger Carl Clewing, Emmy Sturm, Hermann Thimig, Hans Wassmann, Erica v. Thellmann, Wilhelm Diegelmann und Hans Brockmann. Großes Schauspielhaus in Berlin mit der...