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Ausstellung „Vision und Tradition“ – Deutsches Theatermuseum München 2018/2019

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 Münchner Bühnenbilder  – Das Deutsche Theatermuseum in München würdigt das Jubiläum 200 Jahre Nationaltheater mit der Ausstellung „Vision und Tradition“ zur Geschichte des Bühnenbilds –  von Klaus J. Loderer Es ist schon eine faszinierende Wirkung, die sich im letzten Raum der Ausstellung „Vision und Tradition“ entfaltet. Wie kommt dieser riesige Raum in das Gebäude, fragt man sich überrascht. Unendlich scheint er. Nach rechts und nach links entfaltet er sich, wo eigentlich die Außenmauern des Gebäudes sein müssten. Natürlich ist der Raum nicht unendlich, er wirkt durch die komplett verspiegelten Wände nur so. Wie aus Zeit und Raum enthoben, fühlt man sich darin und lauscht gebannt den Ton- und Filmausschnitten, die auf vier im Raum hängenden Leinwänden projeziert werden. Jedenfalls ist das eine effektvolle Idee, um die Opernkunst im 21. Jahrhundert zu symbolisieren. So schließt eine Ausstellung im Deutschen Theatermuseum in München, die die Bühnenkunst des Nati...

Opernkritik: Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“ (Un ballo in maschera) – Staatstheater Darmstadt – 2019

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Amelia ist wirklich untreu  – Giuseppe Verdis Oper „Ein Maskenball“ am Staatstheater Darmstadt –  von Klaus J. Loderer  Es könnte eine Kirche in Neuengland sein, dieses Stahlgerüst, das mit seinen Giebeln und Erkern ein Gebäude gerade so andeutet. Sich langsam drehend, sehen wir dieses eindrückliche Bauwerk des Bühnenbildners Andrea Cazzi nach und nach von allen Seiten. Vor dem dunklen Bühnenhintergrund blitzt es manchmal grell auf. Ein dramatischer Moment in dieser Aufführung von Giuseppe Verdis Oper „Ein Maskenball“ am Staatstheater Darmstadt ist der Auftritt der Seherin Ulrica, die uns hier in einem Käfig gefangen vorgeführt wird. Sie wird in der Szene gepeinigt wie ein wildes Tier. Kammersängerin Elisabeth Hornung (seit vielen Jahren eine wichtige Stütze des Darmstädter Opernensembles) verleiht dieser Rolle mit düsterer Tiefe Charakter. Wir sehen hier nicht die nette Seherin mit ihren Fans. Angstvoll strecken die Frauen ihr Fackeln und Gesangbücher entge...

Opernkritik: „Serse“ (Xerxes) – Badisches Staatstheater Karlsruhe – 2019

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King of Bling – Popshow statt Schlachtengetümmel  – Franco Fagioli und Max Emanuel Cencic als Stars von Händels kurzweilig inszenierter Oper „Serse“ (Xerxes) bei den 42. Händelfestspielen in Karlsruhe –  von Klaus J. Loderer Erobert werden sollen in dieser Inszenierung nicht fremde Länder sondern Fans. Und die jubeln fleißig, wenn der King of Bling auf die Bühne kommt. Liberace mit seinen fantasievollen Kostümierungen stand Pate für diesen Popstar, zu dem der antike persische Feldherr und König Xerxes bei den 42. Händelfestspielen in Karlsruhe wurde. Serse heißt er in Händels gleichnamiger Opernfassung, sicherlich eine der bekanntesten Opern des Barockkomponisten und in dieser Saison in einigen Theatern auf dem Spielplan. Da muss man schon mit einer spektakulären Produktion aufwarten. Die bietet Karlsruhe schon durch die Sänger, indem man zwei der besten Countertenöre verpflichtete: Franco Fagioli und Max Emanuel Cencic. Schon diese beiden sorgen für eine entsprechend...

Opernkritik: Gaetano Donizettis „Maria Stuarda“ – Gärtnerplatztheater München – 2019

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Wer im Glashaus sitzt ...  –  Michael Sturminger inszeniert mit  Gaetano Donizettis Königinnenoper „Maria Stuarda“ am Gärtnerplatztheater in München einen spannenden Zickenkrieg –  von Klaus J. Loderer Das Bay Window gehört zum festen Bestandteil des englischen Wohnhauses. Die Paläste der elisabethanischen Zeit sind geradezu eine Orgie an Bay Windows. Von solchen Erkern ließen sich wohl die Bühnen- und Kostümbildner Andreas Donhauser und Renate Martin für ihren riesigen, von drei Glaswänden gebildeten Bühnenraum für „Maria Stuarda“ inspirieren. Mit Projektionen ließen sich auf den Glasscheiben wechselweise Fenstersprossen oder Bäume erkennen. So schlicht stilisiert das Bühnenbild ist – abgesehen von Kronleuchtern für königlich-elisabethanisches Ambiente – prunkt die Produktion mit üppigen Kostümen, Reifröcken und Halskrausen der Handlungszeit. Regisseur Michael Sturminger scheut das große Tableau mit symmetrisch aufgestellter Hofgesellschaft zum Auftritt der...

Amüsantes Divertissementchen „Offenbach“ in Köln – Bühnenspielgemeinschaft Cäcilia Wolkenburg – 2019

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Offenbach! Platz!  – Ein gelungener Wurf: Cäcilia Wolkenburg würdigt im neuen Divertissementchen mit viel köllschem Humor den vor 200 Jahren in Köln geborenen Jacques Offenbach –  von Klaus J. Loderer Jetzt wissen wir endlich, warum es mit der Opernrenovierung in Köln nicht vorangeht. Die Bauarbeiter, die uns das diesjährige Divertissementchen im ersten Bild im Rohbau der Kölner Oper vorführt, sind mit anderen Dingen beschäftigt, jedenfalls nicht mit arbeiten. Lehrling Karl Friedrich Naseweis (Johannes Fromm) ist jedenfalls ganz erstaunt, dass der von Mama gebackene Kuchen unter seinen Kollegen nicht ankommt. Die schätzen Getreide nicht gebacken sondern gebrannt. Und so beginnt man den Tag erst einmal mit einer Runde Korn. Dann erzählt der Vorarbeiter, was es mit dem Offenbach-Platz auf sich hat. Divertissementchen der Bühnenspielgemeinschaft Cäcilia Wolkenburg über Jacques Offenbach Foto: kjl Das Divertissementchen des Jahres 2019 widmet sich Jacques Offenbac...

Opernkritik: „Les contes d’Hoffmann“ (Hoffmanns Erzählungen) – Deutsche Oper Berlin – 2019

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Düstere Traumwelten  – Laurant Pellys Produktion von „Les contes d’Hoffmann“ (Hoffmanns Erzählungen) an der Deutschen Oper Berlin –  von Klaus J. Loderer Die Fassungsgeschichte von „Hoffmanns Erzählungen“ ist komplizierter denn je. Besonders am sog. Giulietta-Akt wurde in letzter Zeit intensiv nachkomponiert, verworfen und rekonstruiert. So ist dieser Akt inzwischen in fast jeder Aufführung der Oper mit einer Überraschung verbunden. Das ist auch in Berlin der Fall, wo man an der Deutschen Oper auf die 2003 in Lausanne erstmals aufgeführte Fassung von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck zurückgreift. Der Giulietta-Akt bietet eine ganz ungewohnte Musik. Er beginnt wie üblich mit der Barkarole. Aber die berühmte Diamantenarie hat eine abgewandelte Melodie. Das Aktfinale ist dann völlig anders als gewohnt. „Les contes d’Hoffmann“  an der Deutschen Oper Berlin:  Alex Esposito (Lindorf) Foto: Bettina Stöß Düstere Traumwelten lässt die Inszenierun...

Opernkritik: Franz Lehárs Operette „Das Land des Lächelns“ – Oper Dortmund – 2019

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Sachertorte schmeckt auch in China  – Toto stattet Franz Lehárs „Das Land des Lächelns“ am Opernhaus Dortmund opulent aus –  von Klaus J. Loderer Auf die scheiternde Liebesbeziehung konzentriert sich der Blick in Thomas Enzingers neuer Inszenierung von Lehárs Operette „Das Land des Lächelns“ im Opernhaus Dortmund. Durch die Weglassung einiger komischer Passagen und der kompletten Streichung der Bufforolle des Obereunuchen tritt der tragische Charakter stärker in den Vordergrund. Für die Konzentration auf das Hauptpaar sorgt auch die Verdoppelung: ein Tänzerpaar in den Kostümen von Lisa und Sou-Chong deutet schon während der Ouvertüre pantomisch die Handlung an, während der chinesisch anmutenden Motive unterstützt von einem Tänzer und drei Tänzerinnen. Die fünf Tänzer untermalen während des ganzen Stücks die Handlung, verdeutlichen manchmal auch Wünsche und Sehnstüchte der Protagonisten (Choreographie Evamaria Mayer). Dazu gibt es viel China-Exotik. Wobei der Wien-Akt ...

Premierenkritik: Keith Warners „Elektra“ von Richard Strauss – Badisches Staatstheater Karlsruhe – 2019

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Blutrausch im Museum  – Keith Warners „Elektra“ von Richard Strauss am Badisches Staatstheater Karlsruhe –  von Klaus J. Loderer Als tiefenpsychologische Metapher gestaltet der britische Regisseur Keith Warner die Oper „Elektra“, die Anja Kühnhold  am Badischen Staatstheater Karlsruhe  einstudiert hat, und verlegt die Geschichte  in ein Museum. Bühnenbildner Boris Kudlička hat dafür einen riesigen modernen Ausstellungsraum entworfen mit zahlreichen Vitrinen und einer Treppe zu einer oberen Galerie. Besucher schauen sich eine Ausstellung über Mykene an. Oben erkennt man die angebliche Goldmaske Agamemnons. Eine Familie gerät in Streit. Schließlich werden alle Besucher von den Aufsehern hinausgebeten. Während die Museumswärter von einem knutschenden Liebespaar abgelenkt sind, schleicht sich eine schwarz gekleidete Frau wieder herein. Im dunklen Museum aktiviert sie die Videoprojektion, die ein Eigenleben zu entwickeln scheint (Video Bartek Macias). Säulen...