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Buchbesprechung: Paul Abraham, der tragische König der Operette – eine Biographie von Klaus Waller

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Paul Abraham, der tragische König der Operette  – Eine Biographie des Komponisten Paul Abraham von Klaus Waller –  von Klaus J. Loderer Klaus Wallers Biographie über Paul Abraham ist ein zweifelsohne lesenswertes Buch. Für die Fans von Paul Abraham liefert es endlich gesicherte Daten und geprüfte Fakten. Es bringt viele Informationen über die Aufführungspraxis im Operettenbereich in Budapest, Berlin und Wien in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und das Leben der Exilkomponisten in New York. Und das Buch zeigt auf tragische Weise ein menschliches Schicksal im Getriebe einer unmenschlichen Politik und zwischen Machtsystemen. Kurz ist die Phase des Erfolgs als Operettenkomponist. Sie dauert in Berlin noch nicht einmal drei Jahre. Sie bricht mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler ab. Paul Abraham wird vom gefeierten Bonvivant der mondänen Berliner Gesellschaft zum ausgestoßenen Juden ohne Heimat, zum Getriebenen. Durch Europa, durch die Welt. Hat er in Budapest ...

Oper im Film: „Tristan und Isolde“ in „Upstairs, Downstairs“ (Das Haus am Eaton Place)

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Lady Marjorie liebt und leidet mit „Tristan und Isolde“  – Ein Opernbesuch in der englischen Fernsehserie „Upstairs, Downstairs“ (Das Haus am Eaton Place) –  von Klaus J. Loderer Von 1971 bis 1975 lief in ITV in fünf Staffeln und 68 Folgen die englische Fernsehserie „Upstairs, Downstairs“. Ab 1975 kamen 52 Folgen unter dem Titel „Das Haus am Eaton Place“ ins deutsche Fernsehen. Die Einzelfolgen wurden vom ZDF von 50 Minuten auf 43 Minuten gekürzt. Die Serie spielt in einem Stadthaus im eleganten Belgravia in der Straße Eaton Place unter der fiktiven Hausnummer 165. Dort leben der Parlamentsabgeordnete Richard Bellamy, seine Frau Lady Marjorie, ihre beiden erwachsenen Kinder „upstairs“ und verschiedene Bediente unter der strengen Leitung des Butlers Hudson „downstairs“. Die Serie beginnt 1903 in der Regierungszeit König Edward VII., der in einer Folge auch zum Abendessen kommt, und endet schließlich 1930. Die elegante Hausherrin Lady Majorie, gespielt von Rachel Gurney...

Opernkritik: „Madama Butterfly“ beim 64. Festival Puccini – Torre del lago Puccini – 2018

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Marmorskulpturen auf weiter Bühne  – „Madama Butterfly“ beim 64. Festival Puccini in Torre del lago Puccini –  von Klaus J. Loderer Der nordwestlichen Toskana war Giacomo Puccini eng verbunden. In Lucca wurde er geboren. In Versiglia besaß er eine Villa und in Torre del Lago ging er auf die Jagd. Im dortigen Haus wurde er schließlich auch beigesetzt. Unmittelbar am See befindet sich heute auch das Freilichttheater (Teatro del’aperto), in dem jeden Sommer im Juli und August das Puccini-Festival stattfindet und vor allem die Werke Puccinis aufführt. In diesem Jahr gab es als Neuproduktionen Tosca und La Bohème. Daneben waren Turandot, Madama Butterfly und Manon Lescaut zu sehen. Außerdem war „Il trittico“ aus der Budapester Staatsoper auf der Bühne. Skulpturen von Kan Yasuda dekorieren die Bühne von „Madama Butterfly“ in Torre del Lago Foto: Festival Puccini Die Produktion von „Madama Butterfly“ ist schon ein paar Jahre alt. Sie entstand 2000. Der japanisc...

Premierenkritik: „Ball im Savoy“ von Paul Abraham mit Angelika Milster – Theater Lübeck – 2018

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Am Pool ist die Welt noch in Ordnung  – Farbenfrohe Produktion der Operette „Ball im Savoy“ von Paul Abraham am Theater Lübeck –  von Klaus J. Loderer In eine immer stärker surreal werdende Welt entführt Michael Wallners Inszenierung von Paul Abrahams Operette „Ball im Savoy“ am Theater Lübeck. Schon die eigentliche Handlung, die Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda zusammenfabulierten, vereinigt eine geradezu absurde Ansammlung sehr spezifischer Menschen in einer völlig überspitzten Situation. Aber das macht den Reiz des Stücks mit seinen auch heute noch sehr frech wirkenden Texten aus. Die Unterschiedlichkeit der Charaktere steigert man in Lübeck zum Beispiel noch dadurch, dass man Mustapha Bei Textstücke auf türkisch sprechen lässt. „Ball im Savoy“ am Theater Lübeck: Emma McNairy (Madeleine) und Philipp Hall (Aristide) Foto: Kerstin Schomburg Bühnenbildner Heinz Hauser hat sich für die drei Akte drei Situationen ausgedacht: Pool-Party, die We...

Ausstellung: Mina Gampel stellt in der Synagoge Esslingen aus

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Theatralische Menschengruppen vor mystischem Licht   – Die Malerin Mina Gampel stellt in der Synagoge Esslingen aus –  von Klaus J. Loderer „Ich male aus der Seele“ sagt Mina Gampel selbst über ihre Bilder. „Ich brauche das Malen wie Luft zum Atmen“ fügt sie hinzu und verdeutlicht damit ihre besondere Leidenschaft. Die Malerei ist für sie ein innerer Ausdruck. Mit ihrer Malerei verarbeitet sie Themen, die sie bewegt. Das kann ein ästhetischer Blick auf schöne Blumen sein, das kann die Geschichte ihrer jüdischen Herkunft sein. Diese Tradition wird schnell deutlich in ihren Bildern. Mina Gampel vor ihren Gemälden „Menschen Gruppe“ und „Menschen Impressionen“ Foto: Klaus J. Loderer In der Ausstellung, die am 4. September in der historischen Synagoge, einem historischen Fachwerkhaus in der Altstadt von Esslingen am Neckar eröffnet wurde, empfangen großformatige Gemälde auf Staffeleien die Besucher und stimmen gleich auf die wichtigen Themen der Bilder v...

Buchbesprechung: Renate Abrams Buch über das Kurhaus in Meran

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Ein lichter Jugendstilsaal – Das Buch von Renate Abram stellt die Geschichte des Kurhauses in Meran vor –  von Klaus J. Loderer Lange zogen sich im 19. Jahrhundert die Diskussionen hin, ob Meran ein Kurhaus benötige oder nicht, wo es gebaut werden soll. Renate Abram bearbeitet in ihrem großformatigen Buch den Hintergrund und die Geschichte des Kurhauses vor dem Hintergrund der Entwicklung des Kurbetriebs. 1874 wurde ein erstes Kurhaus errichtet, dessen Saal heute als Pavillon de Fleurs bekannt ist. Der Saal wurde vor dem Bau des Stadttheaters auch als Theatersaal benutzt. Die Basis des musikalischen Lebens bildete die Kurkapelle. Mit der Ausweitung des Kurbetriebs entstand nach der Jahrhundert der Bedarf nach einem größeren Veranstaltungssaal. Man entschied sich in Meran Kurmittelhaus und Kurhaus zu trennen. So eröffnete 1907 das Kurmittelhaus. Für den Umbau des Kurhauses holte man 1906 fünf Entwürfe ein, darunter von Max Langheinrich aus München und Marcel Kammerer aus Wi...

Buchbesprechung: Transformation – David Wards Buch über das Shakespeare-Theater in Stratford

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Benötigt ein Theater einen Turm? – Ein Buch von David Ward über den Umbau des Shakespeare-Theaters in Stratford-upon-Avon –  von Klaus J. Loderer Theateraufführungen von Shakespeare-Stücken finden in England inzwischen oft in einem architektonischen Rahmen statt, der auf dem Kontinent noch recht ungewöhnlich ist. Den Wandel der von den Künstlern gewünschten Theaterräume zeigt das Theater der Royal Shakespeare Company in Shakespeares Geburtsort Stratford-upon-Avon recht gut. Dort wurde bei einem groß angelegten Umbau kürzlich der sich in der Art des Bayreuther Festspielhauses zur Guckkastenbühne hin verjüngende Zuschauerraum (allerdings ein Rangtheater) aufgegeben und durch einen zentrierten Raum mit umlaufenden Rängen ersetzt. Der wird heute eher als adäquate Form für Shakespeare-Aufführungen angesehen und ist eine freie Adaption des Globe-Theaters. Dessen Nachbauten erfreuen sich ja inzwischen großer Bewunderung. Was man ab 1900 – nicht zuletzt durch die Theaterbauten Max...

Opernkritik: „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen

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Kunst kommt von Können und Meisterhaftes von Meistern  – Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in einer wirklich unzureichenden, gar lächerlichen Inszenierung von Barrie Kosky –  von Matthias Woehl  Das Spiel beginnt, wir befinden uns im Wohnzimmer der Villa Wahnfried, in der Richard Wagner als Hans Sachs verkleidet, mit seiner Familie, Cosima Wagner als Eva, der Dirigent der Parsifal-Uraufführung Hermann Levi als Beckmesser, Franz Liszt als Veit Pogner, noch ein Richard Wagner als David und ein weiterer Richard Wagner als Stolzing die Meistersinger spielt. Das ist zwar ein hübscher Ansatz, geht aber, so man die Oper, die Protagonisten und deren Vorgänge kennt, einfach nicht auf. Regisseur Barrie Kosky beginnt mit seinem üblichen Tohuwabohu. Die auftretenden Meister sind gar head-bangende, tuntige Sänger (vielleicht zum Vorsingen bei Wagner?) der Chor ist in wunderschöne Renaissance-Kostüme gesteckt, tritt immer mal hinzu, und aus Platzgründen auch gleich wied...

Opernkritik: Barrie Koskys Inszenierung von „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Bayreuth enttäuscht

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Alles Wagner in Wahnfried  – Leider ist Barrie Koskys Inszenierung von „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Bayreuth doch nur ein Kostümschinken –  von Klaus J. Loderer  Nimmt man die typischen Barrie-Kosky-Stilmittel weg, bleibt bei seiner Inszenierung von „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen eigentlich nur ein belangloser Kostümschinken übrig – ein zumindest am Anfang schön anzusehender allerdings. Denn die handwerkliche Perfektion des Bühnenbilds von Rebecca Ringst und der Kostüme von Klaus Bruns ist schon beachtlich. Man hätte bei dem in Berlin so gefeierten Regisseur und Chef der Komischen Oper Berlin wenigstens noch eine lustige Show erwartet, doch letztlich dümpelt die Sache eher langweilig dahin. Dabei beginnt die Inszenierung vielversprechend. Gleich drei Wagner – „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Bayreuth Foto: Enrico Nawrath / Bayreuther Festspiele (2017) Ein Besuch Franz Liszts und Hermann Levis bei den Wagner...