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Opernkritik: Glucks „Orfeo ed Euridice“ (Orpheus und Eurydike) – Staatstheater Augsburg – 2020

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Verloren in Bildwelten  – Regisseur André Bücker spielt in Christoph Willibald Glucks Oper „Orefo ed Euridice“ am Staatstheater Augsburg mit virtuellen und anderen Welten –  von Klaus J. Loderer Was ist hier Schein, was ist echt? In virtuelle Welten entführt die Neuproduktion von „Orfeo ed Euridice“ des Staatstheaters Augsburg im Martinipark. Überhaupt spielt Regisseur und Intendant André Bücker mit Bildwelten, etwa mit gemalten oder mit imaginierten Welten, mit Kunstwelten und Realitäten. Dazu hat Bühnenbildner Jan Steigert ein Museum entworfen, einen stark fluchtenden Ausstellungsraum. Wie um dieses Bühnenbild aus der Realität zu entrücken, erhielt es einen Bilderrahmen. Das Licht Andreas Rehfelds sorgt für weitere Verfremdung. Mit einer eher skurrilen personellen Bestückung nimmt dieses Museum geradezu surreale Züge an. Da sind noch die Handwerker und die Putzfrauen zugange, gleichzeitig widmen sich schon Besucher, der Kunstbetrachtung. Zwei Nonnen und allerhand schräge Vög...

Ausstellung: Vincent Tavenne – R.U.N.D. in der Galerie der Stadt Backnang – 2020

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Das Käselabyrinth und die Wand der Beschimpfungen  – Ausstellung „ R.U.N.D.“ mit begehbaren Rauminstallationen, Skulpturen, Collagen und Aquarellen von Vincent Tavenne in der Galerie der Stadt Backnang –  von Klaus J. Loderer  Ein riesiger Ring lehnt an der Wand – viele Meter im Durchmesser. Die Rundung scheint die Bögen gotischen Chors aufzugreifen. Wie die Rippe eines Gewölbes sticht der Ring durch den Raum. Die graue Farbe des Rings vereinigt sich mit dem Grau der Dienste und Rippen des gotischen Raums. Der Ring ist Teil einer Rauminstallation, die Vincent Tavenne im Rahmen der Ausstellung „R.U.N.D.“ in der Galerie der Stadt Backnang zeigt. Verschwinden sonst zierliche Skulpturen fast in dem überhohen Chor, nimmt Tavenne es mit dem Raum auf und möbliert ihn mit großen Objekten. Wie das Gebäude seine Geschichte hat, so wähnt man auch eine Geschichte in der Aufstellung. Der riesige rote Kreis mit seiner fein polierten Oberfläche, der nun an der Wand lehnt, könnte die Tis...

Ausstellung: Gert Fabritius und Ákos Matzon im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart – 2020

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Kontraste: Geometrie und Mythos  – Ausstellung Gert Fabritius und Ákos Matzon im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart –  von Klaus J. Loderer Ist das ein Kapellmeister mit einem Orchester, den man dirigierend von hinten sieht? Oder ist der barfüßige Mensch mit dem Kittel mit großen Taschen eher ein Maler inmitten seiner Skizzen? Die Bilder von Gert Fabritius und Ákos Matzon könnten keinen größeren Kontrast bilden. Die figürliche Welt des aus Siebenbürgen stammenden Malers Gert Farbritius mit ihrer Skizzenhaftigkeit und ihren mythologischen Bezügen kontrastiert in der Ausstellung im ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart mit dem strikt abstrakten Formenschatz des ungarischen Künstlers und Architekten Ákos Matzon. Zwei Künstler zu kombinieren, das hat in der Reihe »Künstlerbegegnungen« im Kulturinstitut eine langjährige Tradition.  Ausstellung »Kontraste« im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart mit Werken von Gert Fabritius und Ákos Matzon Foto: kjl Ákos Matzon geht ...

Ausstellung: „Gábor Záborszky, auf der Suche nach der Mitte“ in Stuttgart – 2020

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Die Archäologie des Bildes  – Der ungarische Künstler Gábor Záborszky zeigt seine Bilder in der Galerie Dengler und Dengler in Stuttgart –  von Klaus J. Loderer  Die Bilder des ungarischen Künstlers Gábor Záborszky scheinen uns etwas zu erzählen. Und doch sind sie völlig abstrakt. Sie scheinen uns in die Tiefe der Geschichte blicken zu lassen und sind doch ganz neu. In einer Reihe querformatiger Bilder variiert Záborszky das Thema eines Quadrats im Rechteck. Dunkel sind die Farbtöne, fast schwarz mit erdigem Auftrag. Der Braunton könnte auch Rost sein. Dick aufgetragen ist der Untergrund, der die Bildreihe fast wie Reliefs wirken lässt. Sándor Radnóti schrieb 2016 treffend, Zaborszky arbeite, »als würde er seine Gemälde mit den Augen und den Händen eines Bildhauers schaffen«. Blick in die Ausstellung in der Galerie Dengler und Dengler in Stuttgart: im Hintergrund ist das Bild »Nyuszi ül a fűben« (Der Hase sitzt im Gras), 2018, zu sehen Foto: kjl Man kann darin auch archäo...

Ausstellung „ Ernst Hövelborn, Krieg und Frieden 1947 bis 2019“ – Galerie Helferhaus Backnang – 2020

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Von der Gegenwart des Mythos  – Ausstellung „Krieg und Frieden“, Malerei und Zeichnung von Ernst Hövelborn in der Galerie im Helferhaus Backnang –  von Klaus J. Loderer Es erstaunt nicht, dass es zu jedem Bild auch Lesestoff gibt. Hövelborn holt sich die Inspiration oft aus Literatur und Philosophie. Seine weit reichende Belesenheit merkt man seinen Einführungsvorträgen an, mit denen er schon zahlreiche Ausstellungen eröffnet hat. Diese literarische, philosophische und kunsthistorische Bildung sprudelt aber auch aus den Bildern, die gespickt sind mit Andeutungen und Zitaten. Ernst Hövelborn geht es immer um eine Bildaussage. Die kann durchaus verstörend sein. Er möchte uns eher aufrütteln als uns genießen lassen. Er möchte zum Denken anregen. Da kommt der Pädagoge durch. Und er erzählt in seinen Bildern fast immer eine Geschichte. Da kommt er der mittelalterlichen Tafelmalerei nahe, auch wenn er stilistisch ganz im 20. Jahrhundert steht. Es ist die Art, wie er gleichz...

Kunst am Strom – Kunst und Kultur des Donauraumes – Ausstellung im Ulmer Museum - 2020

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Kunst am Strom – Kunst und Kultur des Donauraumes  – Erste Station der Kunstausstellung im Ulmer Museum –  von Klaus J. Loderer Unterscheidet sich Kunst in den verschiedenen Ländern entlang der Donau? Gibt es künstlerische Gemeinsamkeiten entlang der Donau? Die »Ausstellung Kunst am Strom« bringt künstlerische Äußerungen aus Deutschland, Österreich, Ungarn, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien zusammen. »Kunst am Strom« führt Kunstpositionen ebenso zusammen wie Künstler und Kuratoren aus dem Donauraum. Der Querschnitt durch die Kunst der Donauländer ist derzeit im Ulmer Museum zu sehen. Doch soll die Ausstellung nicht nur eine Bestandsaufnahme sein, sie soll in der Folge auch die Basis eines Miteinanders und einer Auseinadersetzung unter den Künstlern werden. So wird aus der Kunstschau vielleicht ein Kunstprojekt werden. Die künstlerischen Äußerungen in der Ausstellung könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Bogen der Malerei reicht von...

Ausstellung „Bewegungsmuster“ mit Bildern von Anna Ingerfurth, Galerie der Stadt Backnang, 2020

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Von Schlaufen in Raum und Zeit  – Surreale Welten zeigen die Bilder von Anna Ingerfurth in der Ausstellung „Bewegungsmuster“  in der Galerie der Stadt Backnang –  von Klaus J. Loderer Es sind Tafelbilder im wörtlichen Sinn, die gerade in der Galerie der Stadt Backnang zu sehen sind. Anna Ingerfurth hat die dicken MDF-Platten am Rand abgerundet, wodurch sie etwas an Kissen erinnern. Das daraufgemalte Bild kann man unmöglich komplett mit einem Blick erfassen, denn Anna Ingerfurth hat über die Rundung gemalt. Betrachtet man das Bild von vorn, fehlen die vier Seiten, betrachtet man es von rechts, verschwindet links umso mehr. Das irritiert. Noch mehr irritiert aber, was auf die Platten gemalt ist. Man muss teilweise nahe herantreten, denn die Formate sind klein, teilweise sehr klein. Es offenbart sich eine Welt vielfältiger architektonischer Räume, in der etwas verloren Personen stehen oder gehen.  25.5.14 – 26.5.19, Gemälde von Anna Ingerfurth 2019, ...